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Wie Fairment mit trinkbaren Pilzkulturen für bessere Laune sorgen will

Fermentierte Lebensmittel halten länger und unterstützen die Verdauung. Die Berliner liefern das uralte Verfahren als Kombucha-Tee zum Selbermachen nach Hause.

Nach dem Buch-Bestseller „Darm mit Charme“ haben viele wieder ein Gefühl dafür entwickelt, dass unsere Verdauung unmittelbar mit dem psychischen Wohlbefinden zusammenhängt. Industriell hergestellte Lebensmittel stehen wegen ihres hohen Zucker- und Fettgehalts in der Kritik, Geschmacksverstärker und andere Emulgatoren gehören für ernährungsbewusste Konsumenten mittlerweile zum No-Go. Neben einer ganzen Reihe von essbaren Alternativen, die als verdauungsfördernd gehandelt werden, will ein Berliner Startup einem traditionellen Getränk wieder zur Bekanntheit verhelfen: Kombucha.

Zwar gibt es den fermentierten Grüntee schon eine ganze Weile im Kühlregal, allerdings nur als industriell gefertigtes Produkt. Fairment liefert gleich ein ganzes Fermentier-Set samt lebender Pilzkultur nach Hause. Das Startup wirbt damit, dass das Getränk zum Selbermachen reich an Vitamin C, B-Vitaminen, Antioxidantien und Probiotika sei. Der in seiner eigenen Suppe schwimmende Hefe-Pilz – vom Startup „Scoby“ genannt – muss dafür ins dazugehörige Einmachglas verlegt werden, Zucker drauf, Tee rein und ziehen lassen. Den Rest erledigt der Pilz, der bei guter Behandlung mehrere Jahre überleben soll und immer wieder verwendet werden kann. Das Set kostet rund 50 Euro.

Fairment wurde 2015 von Leon Benedens und Paul Seelhorst gegründet. Wie Seelhorst in einem Interview verriet, sei er damals durch eine Darmerkrankung auf das Fermentier-Verfahren aufmerksam geworden. Seiner Einschätzung zufolge werden 90 Prozent des Glückshormons Serotonin und 50 Prozent des Dopamins im Darm hergestellt. Nachdem er seine Ernährung auf fermentierte Produkte umgestellt habe, sei es ihm bedeutend besser ergangen, so Seelhorst. Neben Kombucha bietet Fairment auch Sets für Wasserkefir, Milchkefir, Ingwerbier sowie Produkte für Sauerteig und veganen Joghurt an.

Fermentierung gehört zu den ältesten Methoden der Menschheit, um Lebensmittel haltbarer und besser verdaulich zu machen. Mit diesen Argumenten wollen die beiden Gründer in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ die Investoren von ihren Produkten überzeugen. Dafür hätten sie gerne 950.000 Euro und bieten zehn Prozent ihrer Firmenanteile.

Ganz schön bitter, wie dieses DHDL-Startup Geschäfte macht

Was die Macher versprechen, klingt fabelhaft: mehr Wohlbefinden durch einen Kräuterschnaps. Nur die Art, wie es verkauft wird, ist grotesk. Ein Selbstversuch.


Bild: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

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