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Ehemaliger TK-Lieferservice Everdine startet mit neuem Geschäftsmodell

Das Rocket-Venture Everdine hat seinen Lieferdienst eingestampft. Stattdessen will das Startup nun einen Gefrierschrank mit eingebauter Mikrowelle verkaufen.

Everdine war der moderne Bofrost-Mann. 2016 launchte Rocket Internet den Lieferdienst, der gesunde Tiefkühlgerichte an die Haustür bringt, in Großbritannien. Der deutsche Rocket-Manager Andreas Jaegle leitete das Geschäft. Hierzulande war Everdine allerdings nie aktiv. 

Nun hat das Londoner Startup seinen Service in Großbritannien eingestellt, wie Deutsche Startups berichtet. Auf der Unternehmens-Website ist zu lesen: „Mit großer Trauer müssen wir Ihnen mitteilen, dass Everdine die Lieferung von gesunden Gerichten im Vereinigten Königreich im Moment eingestellt hat.“ Rocket und Everdine haben sich zu dem Aus auf Nachfrage von Gründerszene und NGIN Food bislang nicht geäußert.

Ein Blick in die Geschäftszahlen lässt erkennen, dass das Geschäftsmodell von Everdine nicht profitabel war. 2017 wies das Startup bei einem operativen Umsatz von 1,2 Millionen Pfund nur einen Bruttogewinn von rund 320.000 Pfund vor. Abzüglich Steuern, Zinsen und Abschreibungen schrieb Everdine einen Jahresfehlbetrag von 1,7 Millionen Pfund.

Für Deutschland hat das Startup unterdessen ein neues Geschäftsmodell entwickelt: ein Gerät mit integriertem Gefrierschrank, einer Mikrowelle und einem Bezahlsystem. Ähnlich wie der HelloFreshGo-Kühlschrank soll der sogenannte Everdine-Kiosk in Unternehmen die Kantine ersetzen. Die Maschine ist mit Tiefkühlgerichten gefüllt, die vom Startup selbst entwickelt werden – ähnlich wie beim Lieferservice in Großbritannien – und in der Mikrowelle zubereitet werden können. Auch zu dieser Neuausrichtung gab es sowohl vom Startup als auch vom Gesellschafter Rocket bislang keinen weiteren Kommentar.

So sieht das neue Gerät von Everdine aus

Everdine-Gründer Jaegle verließ sein Unternehmen nach Gründerszene-Informationen bereits im Frühjahr. Im britischen Pendant zum Handelsregister wird er noch als CEO geführt, die deutsche GmbH hat er offiziell im September verlassen. Diese wurde bereits im Mai 2017 gegründet. Den deutschen Everdine-Ableger führen nun der ehemalige CFO Johann Brinkmann sowie Anton Crux, der zuvor Head of Operations für Everdine in London war. Laut den Linkedin-Profilen der beiden sind sie seit August im Berliner Büro tätig.

Bilder: Tetra Images / Getty Images, Screenshot / Everdine.de

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