Trends, Innovationen und Digitales aus der Lebensmittelbranche

Könnte bitte jemand das Einkaufen neu erfinden?

Die Deutschen fordern eine Reduzierung des Verpackungsmülls. Verständlich. Aber braucht es nicht eigentlich Ideen, die den gesamten Einkaufsprozess modernisieren?

Need-Alarm! Wir haben einen Need entdeckt. Sehr gut! Jetzt braucht es allerdings dringend ein Startup, das in der Lage ist, diesen Need mit einem schlauen Produkt zu befriedigen. Hier kommt die Aufgabe: Deutschlands „Verbraucher“, ein schreckliches Wort, haben die Schnauze voll von Verpackungsmüll. Jede kleine Mettwurst ist in mehrere Lagen Plastik und Papier eingepackt. Das nervt, sorgt für volle Mülltonnen und macht ein schlechtes Gewissen. Muss das wirklich so sein?

Alles soll heute schnell gehen. Die Wege vom Ursprung eines Produkte bis zum Verkaufstresen sind lang. Deshalb wird sie eingeschweißt, versiegelt, mit unglaublich viel Pappe stabilisiert und umhüllt. Bis man bei einem Amazon-Paket bis zum Produkt vorgestoßen ist, hat man schon einen großen Haufen Papier auf dem Schreibtisch liegen. In Supermärkten sind sogar Obst und Gemüse in Plastik verpackt. Lediglich die Plastiktragetaschen hat man mittlerweile durch Papiertüten ersetzt.

Drei Viertel der Befragten sind für Mehrweg-Verpackungen

95 Prozent der Deutschen plädieren in einer aktuellen Umfrage der Unternehmensberatung PwC dafür, die Materialmenge bei Verpackungen auf ein Minimum zu reduzieren. Über 80 Prozent meinen, dass bei Produkten wie Obst und Gemüse eine Verpackung grundsätzlich überflüssig sei. Ein weiteres Problem: Immer mehr Waren werden online bestellt. Dadurch entsteht noch mehr Müll durch Kartons, Folien und Kisten. Drei Viertel der Befragten fänden es gut, wenn zum Beispiel ein Mehrwegsystem bei Versandverpackungen eingeführt würde.

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Im Kolonialwarenladen der Großeltern wurden die Produkte unverpackt aus unzähligen Schubladen verkauft. Lose. Dahin will niemand zurück. Aber ist es nicht möglich, den kompletten Einkaufsprozess neu zu erfinden? Klar, ich möchte auch nicht jeden zweiten Tag den Verpackungsmüll entsorgen. Aber ich möchte eigentlich auch nicht mit einem sperrigen Einkaufswagen durch einen vollen Supermarkt manövrieren. Ich will nicht im riesigen, unübersichtlichen Discounter nach den Produkten suchen, die auf meiner Einkaufsliste stehen. Zu Hause auf einen Boten warten, der mir meine Sachen an die Haustür bringt, und dann doch nicht kommt, zerrt an meinen Nerven.

Aber bitte nicht die Straßen verstopfen!

In einer perfekten Welt fahre ich auf meinem Weg zur Arbeit oder ins Kino an einer kleinen Drive-In-Station vorbei, wo meine Produkte, die ich zuvor per Smartphone bestellt habe, auf mich warten und mir direkt in den Kofferraum meines Autos gepackt werden. Ohne Parkplatzsuche, ohne den üblichen Stress beim Einkaufen, schnell und unkompliziert. Oder sie werden direkt in meine Wohnung gebracht, wenn ich kein Auto zur Verfügung habe. Ohne dass ich dafür zu Hause warten muss. Dafür arbeiten Bringmeister und Amazon übrigens gerade an einer Lösung. Die Straßen sollen dabei aber bitte nicht durch die Flotte der Liefer-LKW verstopft werden. 

Man soll ja groß denken, wenn es um neue Geschäftsmodelle geht. Also: Eigentlich will ich mich mit dem Einkauf gar nicht mehr beschäftigen. Gibt es nicht irgendeine künstliche Intelligenz, die in Zukunft sicherstellen kann, dass die Dinge, die ich brauche, einfach in der Wohnung vorrätig sind? Ohne diesen ganzen Verpackungsmüll? Und bitte möglichst einsortiert an ihrem richtigen Platz im Regal und Kühlschrank. Das kann doch nicht so schwer sein. Wo kann ich diesen Dienst bestellen? Ich bin bereit, Geld dafür auszugeben, denn ich spüre hier gerade einen ganz großen Need.

Foto: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von Polycart

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