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Edeka setzte online mehr als 120 Millionen Euro um

Der Konzern hat das Potential vom Online-Handel erkannt: 2017 startete Edeka einen eigenen Lieferdienst. Doch im Vergleich zum Gesamtumsatz ist das Ergebnis noch klein.

Das Online-Geschäft von Edeka wächst, macht aber immer noch einen geringen Anteil des Gesamtgeschäftes aus. Das geht aus der Jahresbilanz der Supermarktkette hervor. Demnach setzte der Konzern im vergangenen Jahr knapp 52 Milliarden Euro um und knackte damit erstmals die 50-Milliarden-Marke. Mit seinem gesamten Online-Angebot erwirtschaftete die Handelskette 2017 mehr als 122 Millionen Euro – das ist 0,2 Prozent des gesamten Erlöses. Ziel waren 100 Millionen Euro. Zum Vergleich: Der Rewe-Lieferservice trägt aktuell rund ein Prozent zum Konzernumsatz bei. Das ergibt etwa eine halbe Milliarde Euro.

Im Mai startete Edeka den Lieferdienst Bringmeister, der früher zu Kaiser's Tengelmann gehörte. Die Onlineshops von Netto, Plus sowie GartenXXL haben ebenfalls zum Online-Umsatz des Hamburger Konzerns beigetragen. Auf Nachfrage wollte Edeka keine genaue Zahlen zu Bringmeister herausgeben.

Für das gesamte Wachstum seien vor allem die selbstständigen Kaufleute zuständig, so Edeka-Chef Markus Mosa. Von den 11.430 Märkten wurden im vergangenen Jahr rund 3.800 Filialen von Einzelhändlern betrieben, die mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes erzielt hätten. Auch die Übernahme der mehr als 300 Kaiser’s-Tengelmann-Filialen hätten positiv zum Gesamtumsatz beigetragen.

Die Kaufleute können selbst über ihr Sortiment entscheiden und Produkte von Food-Startups aufnehmen, die die Zentralen nicht listen. Im vergangenen Jahr startete die Kette die FoodStarter-Plattform, um darüber junge Unternehmen mit Edeka-Händlern zu vernetzen. Anfang 2018 eröffnete Edeka zudem einen Coworking Space in Berlin-Moabit, damit sich Gründer, Technologiepartner und Handelsexperten austauschen können.

Liebe Edeka-Händler, ersetzt die Nestlé-Marken doch durch Food-Startups!

Edeka und andere Supermärkte nehmen Marken von Nestlé aus dem Sortiment, um bessere Einkaufskonditionen zu erzwingen. Wäre da nicht jede Menge Platz für neue Produkte?

Edeka arbeitet zudem an einer Infrastruktur, um den selbstständigen Kaufleute einen eigenen Lieferservice einzurichten – wovon auch die Konkurrenz profitiert. Der Edeka-Verbund Rhein-Ruhr beteiligte sich schon im April 2017 an der deutschen Gesellschaft des niederländischen Startups Picnic, wie ein Eintrag im Handelsregister zeigt. Die Edeka-Händler reservierten dem Lieferdienst, der bereits 100 Millionen Euro eingesammelt hat, daraufhin Lagerflächen und halfen Picnic so vor wenigen Wochen bei der Expansion nach Deutschland.

Laut Edeka-Chef Mosa wolle das Hamburger Unternehmen in diesem Jahr erstmals zwei Milliarden Euro in die Hand nehmen, um in neue Marktkonzepte, Logistikstrukturen und Produktionsbetriebe zu investieren. 2017 waren es 1,7 Milliarden Euro. Wie viel davon in die Förderung von Startups fließen soll, ist nicht bekannt.

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Auch der Streit mit Nestlé wurde auf der Pressekonferenz angesprochen. Seit Mitte Februar boykottiert der Einzelhändlerverband Agecore, in dem sich unter anderem Edeka und Coop befinden, Produkte des Schweizer Lebensmittelherstellers, um bessere Einkaufskonditionen zu erzwingen. „Wir kommen voran und wir wollen auch den Streit beilegen“, hieß es am Dienstag vom Edeka-Vorstandschef. Es seien aber noch einige Punkte offen, über die sich Nestlé und Agecore bisher nicht einigen konnten.

Bild: Bringmeister

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