Trends, Innovationen und Digitales aus der Lebensmittelbranche

Domino’s Pizza expandiert massiv und setzt auf ein neues Bestell-Tool

Der Pizza-Lieferservice will die Zahl seiner Filialen in Deutschland verdreifachen. Außerdem soll der Bestellvorgang den Gewohnheiten der Kunden angepasst werden.

Domino's Pizza will weiter expandieren und Filialen eröffnen — und könnte damit Erfolg haben, denn noch immer scheint die Nachfrage nach Fast-Food ungebrochen. In den USA hat Domino's-Chef Richard Allison nun angekündigt, die Zahl der Filialen „dramatisch zu erhöhen“. Rund 5.600 Filialen hat die Pizzakette nach eigenen Angaben in den USA bereits, 2.350 weitere sollen in den nächsten zehn Jahren dazukommen. Auch in Deutschland hat Domino's ambitionierte Pläne — und will mit Innovationen im Bestellsystem Kunden gewinnen. 

Der Umsatz der Kette wächst seit Jahren. Lag er 2005 noch bei rund 41 Millionen Euro im Jahr in Deutschland, sind es 2017 bereits 153 Millionen.

Derzeit gibt es rund 360 Domino's Filialen in Deutschland, die — wie bei vielen Fast-Food-Konzepten üblich — von Franchisenehmern betrieben werden. „Domino's hat das Ziel, in den nächsten Jahren insgesamt 1.000 Filialen in Deutschland zu haben“, erklärt eine Sprecherin der Kette gegenüber Business Insider.

Dafür werden natürlich auch Standorte gebraucht, wie beispielsweise die des früheren Wettbewerbers „Hallo Pizza“, den Domino's zum Jahresbeginn für rund 32 Millionen Euro aufgekauft hat. Das sind immerhin 170 Filialen, aus denen nun Standorte von Domino's werden. Damit wolle man die eigene Präsenz in Deutschland erhöhen und die Marktführerschaft unter den Pizzalieferdiensten stärken, erklärt die Kette. Bis 2019 werden aus allen „Hallo Pizza“-Filialen Läden von Domino's. An den Fassaden der Standorte verschwindet dann das bekannte Logo mit dem freundlichen Pizza-Mann, stattdessen kommen die beiden Würfel von Domino's an die Wand.

Und Domino's ist weiter auf der Suche nach passenden Expansions-Möglichkeiten. „Domino's prüft ständig neue Wachstumsoptionen“, so die Sprecherin weiter. „Sei es durch neue Corporate Stores oder dem Ausbau bestehender Franchise-Partnerschaften.“ Aber zumindest eine Aussage dürfte die Konkurrenz wohl vorläufig beruhigen: „Weitere Übernahmen von Mitbewerbern sind aktuell nicht geplant.“

Wie sich Domino’s Pizza erfolgreich digitalisiert hat

Vor zehn Jahren änderte die Pizzakette ihre Online-Strategie radikal. Das ließ die Aktie steigen. Heute schlägt Domino's selbst die größten Tech-Firmen an der Börse.

Domino's sieht in Deutschland viel Potenzial für sein Wachstum — und auch die nötigen Eigenschaften, mit denen sich die Kette von der Konkurrenz abheben will. „Durch das erweiterte Vertriebsnetz, Innovationen im Bereich der Bestellprozesse sowie in der Liefertechnik und mittels großer Marketinginvestitionen sind erhebliche Wachstumsmöglichkeiten vorhanden“, heißt es von Domino's weiter.

Bereits seit Jahren können Domino's-Kunden bei einer Onlinebestellung die Arbeitsschritte des Lieferservices genau verfolgen und haben im Blick, wie weit ihre Bestellung gerade ist. Ein solches System bieten inzwischen allerdings auch Lieferservice-Konkurrenten wie Foodora oder Lieferando an.

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Domino's setzt daher weiter auf Innovation. Eine neue stehe bereits kurz vor der Veröffentlichung, noch hält sich Domino's allerings bedeckt. „Bei den Bestellwegen wird es für die Domino’s-Kunden in Deutschland zeitnah eine weitere technische Möglichkeit geben“, erklärt die Domino's-Sprecherin. „Via ,Voiceordering' können Pizza, Pasta und Co. dann noch schneller und bequemer geordert werden“, lautet das Versprechen der Pizzakette. Was genau dahinter steckt, will Domino's derzeit aber noch nicht verraten. Das Prinzip des Voiceordering, etwa über Geräte wie Amazons Alexa, gehört allerdings für immer mehr Menschen schon heute zum Alltag. 

Und: Eine Option zum Voiceordering könnte einer Vielzahl von Pizzabestellern entgegenkommen, zumindest wenn man der Statistik glaubt. Denn laut einer Statista-Umfrage greifen noch immer 57 Prozent der Menschen zum Telefonhörer, wenn sie Essen bestellen. Nur 22 Prozent gehen auf die Website der Anbieter und gerade einmal zehn Prozent bestellen Essen per App.

Bei Domino's sieht die Statistik allerdings anders aus, wie das Unternehmen erklärt. Hier würde der Großteil der Bestellungen, immerhin rund 70 Prozent, digital aufgegeben.

Der häufigste Grund, warum überhaupt beim Lieferservice bestellt wird, ist laut Statista Bequemlichkeit, dicht gefolgt von dem Vorteil, nicht selbst in der Küche stehen zu müssen. 71 Prozent der Fast-Food-Besteller sind übrigens Männer, zeigt die Statistik.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Business Insider

Bild: Domino's

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