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Diät-Startup Kukimi saniert sich mit neuem Investor

Im Dezember 2016 musste das junge Unternehmen Insolvenz anmelden. Jetzt soll ein neuer Kapitalgeber bei der strategischen Entwicklung helfen.

Laurent Kaestli hatte namhafte Kapitalgeber an Bord seines Food-Startups Kukimi, darunter der High-Tech Gründerfonds, Seedcamp und Le Peigné, einem Family Office der Louis-Vuitton-Eigentümer. Ende 2016 sollte eine neue Finanzierungsrunde folgen. Ein möglicher Gesellschafter ließ den Deal jedoch platzen, sodass der Kukimi-CEO im Dezember desselben Jahres Insolvenz für sein Startup anmelden musste.

Atlantic Food Labs und Kaestli haben die Geschäfte von Kukimi nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens unter der Firma KKM Nutrition weitergeführt. Der Berliner Company Builder ist seit Tag eins an dem Onlineshop für Diät-Fertiggerichte beteiligt. „Die Insolvenz war wirklich eine unangenehme Sache, aber uns blieb nichts Anderes übrig“, erzählte Kaestli im Februar vergangenen Jahres. Er wollte das junge Food-Unternehmen sanieren und an einer Strategie feilen. Das Verfahren läuft derzeit noch, Kaestli ist dennoch zuversichtlich.

Exklusiv: Kukimi hat Insolvenz angemeldet

Zwei Jahre nach dem Start muss Kukimi Insolvenz anmelden. Das Startup verschickt vorgekochte Diätgerichte für mehrwöchige Abnehm-Programme.

Denn im März dieses Jahres hat sich ein neuer Investor an Kukimi beteiligt: Die deutsche Hotelgesellschaft HR Group, die bereits das Liefer-Startup Trinkkiste aufgekauft und Kaestli im Frühjahr zum Trinkkiste-CEO bestellt hat. Knapp eine halbe Million Euro habe die HR Group gezahlt, so Kaestli. Die Gruppe stelle dem jungen Unternehmen aber auch Hilfe für Marketing, Entwicklung und Vertrieb zur Verfügung. Die Hotelgruppe besitzt nun 20 Prozent an dem Diät-Startup, Atlantic hält rund 53 Prozent, der Gründer den Rest. 

Im Zuge des Insolvenzverfahrens musste der Gründer sein einst elfköpfiges Team einschrumpfen. Zwei Mitarbeiter helfen ihm bei der Sanierung seines Unternehmens. Geld für Marketing könne er im laufendem Insolvenzverfahren nicht ausgeben. Dennoch habe das Diät-Startup weiterhin Umsätze einfahren können. 2017 habe Kukimi etwa 70 Prozent des Gesamtumsatzes vom Jahr zuvor erwirtschaftet. Da waren es knapp eine Million Euro. Und auch in diesem Jahr sollen die Zahlen ähnlich aussehen, so der CEO: „Ich erwarte dieses Jahr kein Riesending, sondern für mich ist eher die Skalierbarkeit wichtig.“ Im ersten Quartal 2017 konnte das Startup erstmals schwarze Zahlen schreiben, im Gesamtjahr stand Kukimi kurz vor der Gewinnschwelle.

Auch 2018 will das Diät-Startup in die Entwicklung neuer Produkte investieren und mit verschiedenen Gerichten experimentieren. Aber: „Ich kann mir keinen großen Wurf erlauben“, sagt Kaestli mit Blick auf die finanziellen Mittel. Ende dieses Monats testet Kukimi Gerichte, die bio-zertifiziert und nicht zum Abnehmen gedacht sind. Für gewöhnlich würden Kunden nur über einen kurzen Zeitraum hinweg eine Diät machen. Kaestli will seine Nutzer aber halten und ihnen Gerichte für die Zeit danach anbieten. Obendrein will sich der Unternehmer an ein Abo-Modell wagen.

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Bislang vertreibt Kukimi seine Produkte nur über den Onlineshop. Noch in diesem Jahr will das Startup seine Fertiggerichte im Rahmen von Co-Brandings im stationären Einzelhandel anbieten. Dafür entwickelt Kaestli Produkte, die Partner unter ihrem eigenen Namen in die Regale stellen. Außerdem erhofft er sich eine Zusammenarbeit mit den über 30 Hotels, die die HR Group zählt, beispielsweise im Rahmen von Verkaufsautomaten im Stil von HelloFreshGO.

Obendrein plant Kaestli gerade eine neue Finanzierungsrunde, die er im Herbst abschließen möchte. Das neue Kapital soll dann vor allem ins Marketing fließen. 2019 möchte Kukimi dann mit neuer Strategie und Werbebudget durchstarten.

Bilder: Kukimi

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