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Dieses DHDL-Startup schlachtet Rinder für die Crowd

Das norddeutsche Startup Ein Stück Land betreibt einen Onlineshop für Rindfleisch. Die Tiere werden aber erst getötet, wenn sich für jedes Gramm ein Käufer findet.

Über den Onlineshop des schleswig-holsteinischen Jungunternehmens Ein Stück Land können Kunden sich ihr eigenes Stück Galloway-Rind kaufen. Sobald sich genügend Kunden an dem Tier beteiligt haben, wird das Rind geschlachtet und jeder bekommt sein Paket mit Filet, Steaks, Rouladen und anderen Zuschnitten. Das Ziel dabei ist, das komplette Tier zu verwerten und Massenschlachtungen zu vermeiden. Crowdbutching nennt man das Prinzip, nach dem auch die Startups Besserfleisch, Kaufnekuh oder das von Ashton Kutcher finanzierte Crowd Cow arbeiten. 

Der Marktplatz Ein Stück Land wurde im August 2017 von Hinrich Carstensen und Lina-Louisa Kypke als Marke der 1SL GmbH gegründet. Die Galloway-Rinder beziehen Carstensen und Kypke von Bauern aus Schleswig-Holstein. Die Landwirte bekommen eine Provision pro Kilogramm Schlachtgewicht. Ein Paket mit 6,5 Kilogramm dry-aged Fleisch kostet bis zu 185 Euro. Für 2018 peilt die Onlineplattform einen Umsatz von 550.000 Euro an. Der Gewinn liegt nach eigenen Angaben bei etwa 30 Prozent.

Bis zu zwei Mal wöchentlich bieten die Gründer ein neues Tier zum Verkauf an. Ein limitiertes Konzept: Das Startup legt Wert auf regionale Höfe mit artgerechter Haltung, was die Auswahl der Landwirte eingrenzt. Obendrein werden die Galloway-Rinder erst im Alter von zwei oder drei Jahren geschlachtet.

Die Produkte verschickt Ein Stück Land in der Verpackung des bayerischen Startups Landpack. Dabei werden die Kartons mit gepresstem Stroh isoliert. Kühlbeutel aus gefrorenem Leitungswasser und Trockeneis sorgen für die richtige Temperatur beim Transport.

Um expandieren zu können, bitten die Unternehmer um eine Finanzspritze in der Vox-Show „Die Höhle der Löwen“. Dort fragen sie nach 200.000 Euro für zehn Prozent ihres Betriebs.

Wie die Startups Besserfleisch und Kaufnekuh Crowdbutchering etablieren

Viele Deutsche schließen sich zusammen, um sich Rinder zu teilen – und sie schlachten zu lassen. Doch das große Interesse daran bringt die Anbieter an ihre Grenzen.


Bild: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

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