Trends, Innovationen und Digitales aus der Lebensmittelbranche

So tickt die deutsche Startup-Szene

Der Großteil der Gründer ist hierzulande männlich, hat erst ein Unternehmen hochgezogen und glaubt an die FDP – so die Ergebnisse des Deutschen Startup Monitors 2018.

Deutschen Startups fehlt es an Fachkräften und Kapital, hat eine Umfrage des Bundesverbands Deutsche Startups und von KMPG ergeben. Mehr als 1.500 junge Unternehmen haben im Frühjahr an der Befragung zum Startup Monitor 2018 teilgenommen. Als Startups definieren der Verband und die Wirtschaftsprüfer dabei Firmen, die jünger sind als zehn Jahre. Repräsentativ ist die Studie nicht, wie die Initiatoren betonen, die Ergebnisse bildeten eher eine Momentaufnahme ab. Dennoch lassen sich aus dem aktuellen Monitor einige relevante Erkenntnisse zusammenfassen.

  • Der Anteil der Gründerinnen ist im Vergleich zum Vorjahr marginal auf 15,1 Prozent gestiegen. 2017 waren es noch 14,6 Prozent. Zwar lässt sich hier ein Trend erkennen, das prozentuale Wachstum verringert sich jedoch seit 2014 von Jahr zu Jahr. Auffällig ist auch, dass die Frauen aus dem Startup Monitor eher allein gründen als ihre männlichen Kollegen. Die bevorzugen Founder-Teams.
  • Knapp ein Drittel der befragten Gründer hat ein Unternehmen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie. Weitere beliebte Branchen sind Food (9,7 Prozent), Health (8,5 Prozent) und Mobility (5,2 Prozent). Die Produkte zielen dabei eher auf eine B2B-Kundschaft ab (67,7 Prozent) als auf Privatpersonen. Die Branchenverteilung unterscheidet sich auch regional: In Berlin gebe es etwa überproportional viele Fintechs, so der Bundesverband.
  • Von den mehr als 3.700 Gründern, die an der Umfrage teilgenommen haben, haben drei Viertel Probleme, Mitarbeiter aus der angewandten IT zu finden, also beispielsweise Coder und UX-Designer. Auch Stellen in der technischen IT wie Administratoren sind schwer zu besetzen. Im Gegensatz zu großen Unternehmen hätten Startups nicht die finanziellen Mittel, um Fachkräfte angemessen zu bezahlen, so Florian Nöll, Vorsitzender des Startup-Verbandes.
  • Ersparnisse sind weiterhin die beliebteste Finanzierungsquelle (80,4 Prozent). Der Anteil an Startups, die außerdem Risikokapital aufgenommen haben, geht seit vier Jahren stetig zurück und liegt 2018 bei 15,3 Prozent. Bei Investmentrunden sind anders als im Vorjahr mehr Beträge zwischen 250.000 und zwei Millionen Euro in die jungen Unternehmen geflossen. Dafür sind Finanzierungen bis zu 250.000 Euro seltener geworden.
  • Die Sonntagsfrage beantworteten die Studienteilnehmer eindeutig: 37,6 Prozent würden die FDP wählen. Für die große Koalition gab es 2018 weniger Stimmen als im Vorjahr. Die Grünen haben mit knapp sieben Prozentpunkten den größten Zuwachs erhalten und wären mit 22,4 Prozent auf Platz zwei gelandet.
  • Deutsche Gründer sind überwiegend Akademiker (81,8 Prozent) und haben einen Abschluss in den Wirtschaftswissenschaften (41,3, Prozent) oder MINT-Fächern (40,9 Prozent).
  • Gut die Hälfte der Befragten hat vorher noch nie gegründet. 2017 waren es mit 54,8 Prozent noch drei Prozentpunkte mehr.
  • Zwar arbeiten die Unternehmer aus der Studie durchschnittlich über 56 Stunden in der Woche. Mit ihrer Work-Life-Balance sind dennoch etwa 65 Prozent der Teilnehmer zufrieden. Aber: Die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie wird im Vergleich zu Job und Freizeit schwieriger eingeschätzt. Denn 40 Prozent der Gründer gaben an, dass sie ein oder mehrere Kinder haben.

Bild: Hinterhaus Productions / Getty Images

Folge NGIN Food auf:

In Kooperation mit
amplifypixel.outbrain