Trends, Innovationen und Digitales aus der Lebensmittelbranche

Delivery Hero bekommt 130 Millionen Euro mehr für Takeaway-Deal

Im Dezember verkaufte Delivery Hero sein Deutschlandgeschäft an die Lieferando-Mutter. Nun wurde die Kaufsumme nach oben korrigiert und Geschäftszahlen veröffentlicht.

Am heutigen Mittwoch veröffentlichte der Berliner Lieferdienst Delivery Hero seine vorläufigen Geschäftszahlen für das Jahr 2018 – dabei spielt auch der Verkauf des Deutschlandgeschäfts an den Konkurrenten Takeaway eine wichtige Rolle. Die beiden Unternehmen gaben vor Weihnachten den Deal bekannt: Die Lieferando-Mutter wolle den Heimatmarkt von Delivery Hero für insgesamt 930 Millionen Euro übernehmen, dafür erhalte Delivery Hero 18 Prozent an Takeaway. 

Zwar wurde der Vertrag bereits unterzeichnet, der Wert des Deals hat sich mittlerweile aber verändert. Der Lieferdienst wird künftig nur noch 15,5 Prozent an seinem Konkurrenten halten, dafür liegt der Transaktionswert aber bei 1,060 Milliarden Euro, heißt es in der Mitteilung. Die erhöhte Kaufsumme ergebe sich daraus, dass der Aktienkurs von Takeaway immens gestiegen sei: Seit dem Bekanntwerden der Übernahme kletterte die Aktie von einst 44,90 Euro um rund 27 Prozent nach oben. Delivery Hero profitiert davon, da die Berliner auch in Aktien ausgezahlt werden.

Obendrein hat das niederländische Unternehmen von CEO Jitse Groen Mitte Januar angekündigt, 680 Millionen Euro in Form von neuen Aktien und Wandelanleihen aufzunehmen. Das verwässere die geplante Beteiligung von Delivery Hero um mehr als zwei Prozentpunkte. Das heißt: Der geringere Anteil ist mehr wert.

Mehr Umsatz als erwartet

Positiv haben sich Delivery Heros Geschäftszahlen im vergangenen Jahr entwickelt. Anstatt der angepeilten 785 Millionen Euro setzte das Startup von CEO Niklas Östberg 792 Millionen Euro um – im Vorjahr waren es noch 544 Millionen Euro. Auf dem Heimatmarkt erwirtschafteten die Berliner 105 Millionen Euro. Die vorläufige Ebitda-Marge lag auf Konzernebene 2018 bei minus 18 Prozent. Damit hat sich die Marge im Vergleich zu 2017 um einen Prozentpunkt verschlechtert. Wie hoch die Verluste im vergangenen Jahr konkret waren, wollte die Geschäftsführung nicht sagen. Auch über Foodora wollte sich Östberg in einem Pressegespräch am Mittwochmorgen nicht äußern.

2019 will Delivery Hero zwischen 1,080 Milliarden und 1,150 Milliarden Euro umsetzen. Der Verlust soll in dem Zeitraum bei höchstens 320 Millionen Euro liegen. Mit dem Europa-Segment will der Lieferdienst in der zweiten Jahreshälfte die Gewinnschwelle erreichen. Im asiatischen Markt ist das Unternehmen bereits profitabel. Dort peilt Delivery Hero 2019 Gewinne vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen in Höhe von 70 Millionen Euro an.

Takeaway will Foodora in Deutschland einstellen

Die Lieferando-Mutter hat das Deutschlandgeschäft von Delivery Hero aufgekauft. Fortan sollen nur noch Kuriere mit orangefarbenen Rucksäcken Essen ausliefern.


Bild: AFP Contributor / Getty Images; Hinweis: Infos zur Transaktion wurden nachträglich ergänzt.

Folge NGIN Food auf:

In Kooperation mit
amplifypixel.outbrain