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Delivery Hero kauft koreanischen Lieferdienst für 3,6 Milliarden

Die Berliner wollen ihren Marktanteil in Asien ausbauen. Einer der größten Anbieter in Südkorea ist das Essenslieferportal Woowa, das Delivery Hero nun zu 87 Prozent übernimmt.

Delivery Hero schlägt erneut kurz vor Weihnachten zu. Vor einem Jahr war es der Deal mit Takeaway, jetzt ist es die südkoreanische App Woowa Brothers. Woowa und Delivery Hero verkündeten am Freitag, dass die Berliner 87 Prozent an den Koreanern aus der Hand von Finanzinvestoren kaufen werden. Zu den Anteilseignern gehören die US-Investmentbank Goldman Sachs, Hillhouse Capital und Sequoia Capital China.

Insgesamt 3,6 Milliarden Euro gibt das Unternehmen um CEO und Gründer Niklas Östberg für den asiatischen Liederdienst aus. 1,9 Milliarden Euro davon in Form von Aktien, was anteilig etwa 17,5 Prozent an Delivery Hero entspricht. Die restlichen 13 Prozent des Unternehmens im Wert von 465 Millionen Euro, die mehrheitlich dem Management gehören, werde Delivery Hero zu einem späteren Zeitpunkt übernehmen, erklärte ein Woowa-Sprecher.

Woowa und Delivery Hero fusionieren zu Asiengeschäft

Südkorea ist der weltweit viertgrößte Markt für Essenslieferungen und hart umkämpft. Delivery Hero ist dort mit seiner App Yogiyo aktiv, hinter Marktführer Woowa die Nummer zwei. Die beiden Lieferdienste wollen zu einem Joint Venture namens Woowa DH mit Sitz in Singapur fusionieren, wonach der Woowa-Gründer Bongjin Kim als geschäftsführender Direktor bestellt wird. Er soll sämtliche Marken in den elf Ländern der Asien-Pazifik-Region leiten. Ob die Übernahme auf kartellrechtliche Bedenken stößt, war zunächst unklar.

Woowa liefert in Südkorea über die Plattform Baedal Minjok mit eigenen Kurieren aus. In diesem Jahr ist das 2011 gegründete Unternehmen auch nach Vietnam expandiert. Im vergangenen Jahr erzielte Woowa in Südkorea einen Umsatz von 242 Millionen Euro bei einem positiven Ebitda von 46 Millionen Euro. Zum Vergleich: Delivery Hero setzte im gleichen Zeitraum 792 Millionen Euro in rund 40 Ländern um. Berichten zufolge sollen die Apps Baedal Minjok und Yogiyo parallel weiterlaufen und nicht zusammengeschlossen werden.

Zum Handelsstart an der Frankfurter Börse stieg die Aktie von Delivery Hero um mehr als drei Prozent. Am Freitagmorgen erreichte das Papier einen Höchstwert von 53,74 Euro.

In welche Richtung wird Delivery Hero in Zukunft gehen, Niklas Östberg?

Der Heimatmarkt ist verkauft, einige Marken verschwunden und Delivery Hero liefert längst nicht mehr nur Essen aus. Im Interview spricht der CEO über seine Pläne.


Bild: Delivery Hero, Mit Material von Reuters

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