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Delivery Hero verschiebt Break Even – die Börse reagiert

Der Berliner Essenslieferdienst steigert seinen Umsatz im ersten Halbjahr 2018 deutlich – und will noch mehr investieren. Die Gewinnschwelle rückt daher in die Ferne.

Rund ein Jahr nach dem Börsengang befindet sich Delivery Hero weiter im Wachstum. Der Umsatz des Essenslieferanten stieg im ersten Halbjahr 2018 um 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am heutigen Donnerstag mitteilte. Insgesamt lagen die Erlöse in den ersten sechs Monaten bei 357 Millionen Euro. 

Auch die Zahl der Bestellungen nahm um 46 Prozent zu. Zu der Delivery-Hero-Gruppe gehören Marken wie Foodora, Lieferheld und Pizza.de. CEO Niklas Östberg zeigte sich zufrieden und kommentierte: „Dies eröffnet uns viele neue Möglichkeiten, in unseren Märkten zu investieren.“ 

Konkret kündigte das Berliner Startup an, im zweiten Halbjahr 2018 bis zu 80 Millionen Euro für zusätzliche Investitionen aufzuwenden. Diese Investitionen werden laut Unternehmen vor allen in die Bereiche Marketing, Restaurantabdeckung, Technologien und in den Produktbereich fließen. Gleichzeitig will sich die Lieferplattformen aus mehreren Märkten zurückziehen, darunter Frankreich und die Niederlande, Heimatmarkt des Rivalen Takeaway. Delivery Hero erhofft sich dadurch zusätzliche Umsätze in Höhe von neun Millionen Euro im Gesamtjahr 2018 und 25 Millionen Euro mehr im darauffolgenden Jahr. Der Fokus von Delivery Hero liege weiter „auf Wachstum und dem weiteren Ausbau unserer Führungspositionen“, so Östberg. 

Das erhoffte Wachstum geht allerdings auf Kosten der Profitabilität. Schon im vergangenen September kündigte die Rocket-Internet-Beteiligung an, ab Ende dieses Jahres auf Monatsbasis gewinnbringend wirtschaften zu wollen. Nach den neuen Plänen hat die Lieferplattform das Ziel wieder verworfen. „Aufgrund der zusätzlichen Investitionen rechnet Delivery Hero nicht wie bisher geplant damit, im Dezember 2018 auf Monatsbasis und für das Gesamtjahr 2019 den Break Even auf bereinigter Ebitda-Basis zu erreichen“, heißt es dazu in der Mitteilung. Wann das Unternehmen nach aktuellem Stand die Gewinnschnelle anpeilt, hat Österberg nicht verraten.

Im ersten Halbjahr lag die Ebitda-Marge bei einem Minus von 15 Prozent. Ein Wert, der laut Delivery Hero im Rahmen der Erwartungen liegt. Angaben über die Höhe der Verluste macht der Essenslieferdienst nicht. Die Börse nahm die Nachricht weniger optimistisch auf. Die Aktie rauschte nach der Öffnung der Börse um mehr als sieben Prozent ab, erholt sich derzeit aber wieder.

Delivery-Hero-Chef: „Es wird schwierig, dass alle Marktteilnehmer überleben“

Delivery-Hero-Chef Östberg rechnet mit einem Preiskampf gegen die mächtige Konkurrenz von Amazon und Uber. Sein Unternehmen soll trotzdem bald profitabel sein.

Das Berliner Startup, das 2011 in Berlin gegründet wurde, ist in 40 Ländern aktiv. In den vergangenen Monaten hat Delivery Hero durch Übernahmen etwa den rumänischen und den brasilianischen Markt erschlossen. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 14.000 Mitarbeiter.

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Bild: Delivery Hero

 

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