Trends, Innovationen und Digitales aus der Lebensmittelbranche

Dieser Deutsche baut in Bangkok ein Portal für reiselustige Foodies auf

Vor vier Jahren startete Benjamin Ozsanay ein Buchungsportal für Kochkurse. Sein Startup Cookly sitzt in Thailand, das Team ist auf der ganzen Welt verteilt.

Länder wie Italien, Thailand und Japan sind bekannt für ihre traditionellen Gerichte. Touristenbüros bieten immer öfter Kochkurse an, um Besuchern die heimische Küche näherzubringen. Auf diesen Trend ist 2015 auch das thailändische Startup Cookly aufgesprungen. Über die Plattform können Nutzer Kochkurse in mehr als 30 Ländern weltweit buchen: Pasta selber machen in Rom, traditionell balinesisch kochen in Ubud oder Ceviche garen in Lima.

Gegründet wurde Cookly vom Deutschen Benjamin Ozsanay, dem Franzosen Etienne Marleau-Rancourt und dem Thailänder Kowit Charoenratchatabhan. Der Hauptsitz des Startups ist Bangkok. Allerdings arbeite kaum einer der 30 Mitarbeiter im Cookly-Büro in der thailändischen Hauptstadt, erzählt CEO Ozsanay im Gespräch mit Gründerszene und NGIN Food, die Angestellten seien auf der ganzen Welt verteilt. Vor seiner Zeit bei Cookly gründete der heute 31-Jährige bereits das App-Entwicklungstool Polar Labs und reiste nebenbei durch Asien. „Man muss viel organisierter sein, vor allem in der Kommunikation“, sagt er über sein internationales Team.

Vor allem die Deutschen wollen Kochen lernen

In zwei kleinen Finanzierungsrunden bekam Cookly in den vergangenen zwei Jahren Geld vom thailändischen Ableger des Risikokapitalgebers 500 Startups und von Poramin Insom, dem Chef der Kryptowährung Zcoin. Profitabel sei sein Startup noch nicht, sagt Ozsanay. Das Portal behält eine Gebühr von durchschnittlich 20 Prozent pro Buchung ein. 2017 war der durchschnittliche Warenkorb bei einem Kochkurs in Europa nach Unternehmensangaben etwa 250 Euro Wert. Wie viel das Startup derzeit insgesamt umsetzt, möchte der CEO nicht verraten. 

Mehr als 1.000 Kurse in über 130 Städten listet Cookly derzeit. Der Großteil der Kundschaft komme aus Deutschland, sagt der Mitgründer. Gerade baut das Startup sein Netzwerk in den USA und Südamerika auf. Regionen, die keine landestypische oder abwechslungsreiche Küche haben, wolle Cookly aber nicht meiden, so Ozsanay. Dort sollen Kochkurse für Einheimische angeboten werden, um ihnen beliebte Gerichte aus anderen Ländern näherzubringen. 

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Bilder: Cookly

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