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Kein DHDL-Deal für den Insektenburger, dafür aber Geld von Wiesenhof

Dreimal hat das Startup Bugfoundation mit DHDL-Jurorin Dagmar Wöhrl verhandelt. Ein Deal kam nicht zustande. Dafür hat sich ein Fleischkonzern beteiligt.

Der Insektenburger des Osnabrücker Startups Bugfoundation hat nicht jeden Löwen überzeugt. Food-Investor Frank Thelen kostet es viel Mut, in den Burger zu beißen. Die Hemmschwelle sei auch bei den Verbrauchern zu hoch, glaubt er und lehnt ab. Dagmar Wöhrl schmeckt es. Sie macht den Gründern Baris Özel und Max Krämer mehrere Angebote. Wöhrl plant bereits, die Insektenburger in den Restaurants der familieneigenen Hotelkette Dormero anzubieten. Doch 20 Prozent für 300.000 Euro Kapital ist den beiden Gründern zu viel. 

Stattdessen hat Bugfoundation seit Juni dieses Jahres einen anderen strategischen Investor an Bord. Rund neun Prozent gehören der PHW-Gruppe, dem Unternehmen hinter der Marke Wiesenhof. Wie viel Geld die Gründer dafür bekommen haben, verraten sie nicht. Bei „Die Höhle der Löwen“ wollte das Startup zuvor noch 225.000 Euro für 7,5 Prozent. 2017 hatten sich bereits die Stuttgarter Gesellschaft Wolfman.One und das Family Office von Wedel beteiligt – beide sind ebenfalls Partner des Investorennetzwerks Food Angels.

Im Interview mit Gründerszene und NGIN Food Anfang Mai äußerte sich der ehemalige M&A-Chef von Wiesenhof, Marcus Keitzer, noch kritisch zu Insektenessen: „Es bleibt die Frage, ob die Produkte derzeit vom Kunden akzeptiert werden und inwiefern das nachhaltig erfolgreich sein kann.“ Von der Teilnahme an der TV-Show wusste die PHW-Gruppe nach Aussage von Özel nichts.

Bugfoundation wurde 2014 gegründet, verkauft seine tiefgekühlten Burgerpatties aber erst seit April dieses Jahres. Der Grund war eine EU-Regulierung, die den Handel mit neuartigen Lebensmitteln wie Insekten noch bis Januar erschwert hatte. Mittlerweile sind die Produkte in über 300 Rewe-Märkten gelistet, vor allem im süddeutschen Raum. Einen Onlineshop hat Bugfoundation nicht.

Insekten-Startups erobern die Supermarktregale

Im Januar hat eine EU-Verordnung den Weg für Food-Startups geebnet, die Lebensmittel aus Insekten verkaufen. Nun haben es die ersten in den Handel geschafft.

Zusätzlich hat das Startup eine exklusive Partnerschaft mit einer Burgerkette abgeschlossen. Demzufolge werden die Insektenburger demnächst in einer Fast-Food-Kette in Deutschland angeboten. Mehr Details über die Kooperation und den zeitlichen Rahmen will Özel jedoch nicht nennen.

Wir haben Bugfoundation im Januar auf der Berliner Food-Messe Grüne Woche getroffen und den Burger probiert:

Bild: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

 

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