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Crowdfinanziertes Startup Bonaverde startet Kaffee-Flatrate

Die Berliner Firma verkauft eigentlich eine Kaffeemaschine, die Bohnen röstet und mahlt. Jetzt hat sie ein neues Angebot gelauncht, einen Kaffee-Club für Berlin.

Das Berliner Kaffeemaschinen-Startup Bonaverde versucht es mit einem neuen Konzept. Unter dem Namen Urban Coffee Club bietet es eine Kaffee-Flatrate für Berlin an. Nutzer zahlen sieben Euro pro Woche und können sich dafür täglich einen Kaffee bei einem kooperierenden Café abholen. Wer zehn Euro pro Woche zahlt, bekommt unbegrenzt viele Kaffees.

Dazu müssen die User in den Läden eine der zwei Bonaverde-Apps vorzeigen – entweder die App Mybonaverde, mit der sich auch die Kaffeemaschine des Startups bedienen lässt, oder die eigene Urban-Coffee-Club-App. Laut Schätzung des Analytics-Tools Priori Data weisen beide Apps zusammen etwa 1.000 Downloads auf.  

Derzeit machen rund 100 inhabergeführte Cafés und Restaurants in Berlin-Mitte und Prenzlauer Berg mit, heißt es auf der Bonaverde-Website. Langfristig will das Startup nach eigenen Angaben vor allem mit Gastronomen kooperieren, die sogenannten Spezialitäten-Kaffee anbieten – das ist Kaffee, der als besonders exklusiv und hochwertig gilt. Bisher machen an solchen Cafés etwa Bonanza, 19grams und Röststätte mit. Als Vorreiter im Kaffee-Flatrate-Geschäft gilt das New Yorker Startup Cups, das seit 2014 in den USA aktiv ist.

Bonaverde-Maschine im Test: „Es riecht nach Großbrand“

Die Crowd wartet seit Jahren auf die Kaffeemaschine von Bonaverde. Wir konnten nun eine Beta-Version des Geräts testen.

Bonaverde verkauft eigentlich eine selbstentwickelte Kaffeemaschine, die Kaffeebohnen auch röstet und mahlt. Ende 2013 startete die Entwicklung der Maschine, über Crowdfunding investierten Kleinanleger rund zwei Millionen Euro in das Projekt. Doch die Produktion erwies sich als schwierig. Statt wie angekündigt im Oktober 2014 begann die Auslieferung erst 2017. Noch heute wartet ein Teil der Anleger auf seine Maschine, wie aus den Kommentaren auf Kickstarter hervorgeht. Trotz der Schwierigkeiten hat Bonaverde hochrangige Unterstützer, unter anderem den ehemaligen StudiVZ-Chef Michael Brehm und den Ex-Tchibo-Aufsichtsratsvorsitzenden Jens Odewald. Sie sind an dem Startup beteiligt.

Bonaverde wirbt bereits mit Plakaten und auf Social Media für den Urban Coffee Club. Auf Nachfrage von Gründerszene heißt es von einer Sprecherin des Startups aber, der offizielle Launch sei erst in drei Wochen. Auf die Frage, ob das neue Angebot einen Pivot darstellt, also eine radikale strategische Änderung des alten Geschäftsmodells, oder nur ein Zusatzprodukt ist, sagte sie, es sei eine Mischung aus beidem. Bonaverde-Gründer Hans Stier möchte sich erst nach dem offiziellen Start zu seinem neuen Projekt äußern.

Bild: Bonaverde

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