Trends, Innovationen und Digitales aus der Lebensmittelbranche

Neue Studie: Was die Deutschen von Lebensmitteln und Gastronomie erwarten

Der Ernährungsreport des Ernährungsministeriums zeigt: Den Deutschen wird ihr Essen immer wichtiger. Sie sind sogar bereit, dafür mehr Geld auszugeben.

Wer sich einmal in die kulinarischen Welten der asiatischen oder südeuropäischen Küche vertieft, der merkt schnell: Dort ist Essen eine eigene Kultur. Hierzulande hingegen häufig Mittel zum Zweck. Man isst, um satt zu werden.

In den vergangenen Jahren allerdings erlebte die Food-Szene und damit das gesamte Thema Ernährung allerdings einen Aufschwung. Neue Food-Trends sind inzwischen allgegenwärtig, sie bereichern das Fernsehprogramm ebenso wie die urbanen Szenen in vielen Städten. Der jüngste Ernährungsreport des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft bestätigt diesen Trend. Für die Industrie könnte das eine große Chance sein. Doch wie genau tickt der heutige Verbraucher?

Das wichtigste Kaufkriterium für die Kunden ist und bleibt der Studie zufolge der Geschmack. 97 Prozent der Konsumenten richten ihre Kaufentscheidung danach. Über drei Viertel der Kunden achten zudem auf die Regionalität der Produkte. Dafür sind sie auch bereit, mehr zu zahlen. Denn nur 57 Prozent der Käufer achten den Zahlen zufolge überhaupt auf preiswerte Lebensmittel. Außerdem wird deutlich, dass die Präsentation der Ware im Geschäft für die Mehrheit der Kunden eine Rolle spielt. 55 Prozent der Befragten gaben an, sich vom Angebot im Laden inspirieren zu lassen. Hat ein Produkt es geschafft, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, hat der Kunde der Studie zufolge klare Erwartungen an die Angaben auf der Verpackung. Hinweise zu Inhalts- und Zusatzstoffen, Angaben über regionale Herkunft oder sonstige Warnhinweise sind für 80 Prozent der Kunden wichtig. 

Offen ist nach wie vor, wie sich der Online-Handel für Lebensmittel weiterentwickeln wird. Noch macht er nur rund ein Prozent der Einkäufe aus, doch laut des Ernährungsreports geben sieben Prozent der Kunden an, zumindest einen geringen Teil ihrer Lebensmittel im Internet zu kaufen. Der Geldbeutel sitzt auch beim Essengehen lockerer als früher. Wer außer Haus zu Mittag isst, gab dafür 2017 durchschnittlich fast 18 Prozent mehr aus als im Jahr zuvor: im Schnitt 7,30 Euro pro Gericht. 43 Prozent der Bundesbürger essen der Studie zufolge mindesteins einmal pro Woche außer Haus. 

Dass die Ernährung den Deutschen wichtig ist, zeigt auch die Tatsache, dass sie sich bewusst über ihre Ernährung informieren. 42 Prozent geben an, sich online über Lebensmittel schlau zu machen. Unter den 19- bis 26-Jährigen informieren sich 31 Prozent der Befragten über die sozialen Medien. Und es besteht offenbar sogar den Wunsch, dieses Wissen noch zu vertiefen. Denn 91 Prozent finden es wichtig, dass Kinder schon in der Schule Grundlagen einer gesunden Ernährung erlernen.

Überhaupt zeichnet die Studie das Bild eines überaus politisch korrekten Verbrauchers mit ökologischem Bewusstsein. Die Studie ergab zum Beispiel auch, dass die Kunden bereit wären, deutlich mehr für tierische Produkte zu zahlen, wenn es dem Tier dafür besser ginge. 79 Prozent der Befragten hielten demnach auch ein staatliches Tierwohllabel für wichtig oder sehr wichtig – ein Prestigeprojekt von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU), das von Tierschutzverbänden allerdings als Geschenk an die Agrar-Lobby kritisiert wird.

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Angesichts eines Bioanteils bei Geflügel-, Rind- und Schweinefleisch in Deutschland von deutlich weniger als fünf Prozent des Gesamtmarktes - so berichtet jedenfalls der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft - sind allerdings Zweifel angebracht, ob dieser Wille auch wirklich in die Tat umgesetzt werde. Doch so eine Willensbekundung kann schließlich auch als Auftrag an die Industrie gesehen werden, die entsprechenden Angebote zu schaffen.

Bild: ginasanders / Panthermedia

 

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