Wie Food-Startups von DHDL profitieren

Food-Startups gibt es viele. Freie Plätze im Supermarktregal sind hingegen selten. Kann hier ein Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“ helfen?

Bis zu 40.000 neue Lebensmittelprodukte werden jährlich auf den Markt gebracht. Doch nur die wenigsten können die Kunden überzeugen und viele verschwinden schneller von der Bildfläche als es das Mindesthaltbarkeitsdatum erlaubt. Für viele Food-Startups ist allerdings schon der Weg in den Lebensmitteleinzelhandel eine große Hürde. Scheitern ist hier programmiert. Daher wollen viele die Gründershow „Die Höhle der Löwen“ nutzen, um sich schnell einen Namen in der Branche zu machen – und einen Platz in den hart umkämpften Supermarktregalen zu ergattern.

Wir haben bei vier Food-Startups aus den letzten Staffeln nachgefragt, was sich nach dem Auftritt in der Show für sie verändert hat.

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Matthias Kramer, Gründer des Low-Carb-Pizzateig-Unternehmens Lizza:

„Für Lizza war DHDL ein großes Sprungbrett. Die Teilnahme sowie der Zugewinn von Frank Thelen und Carsten Maschmeyer ins Unternehmen hat viel Vertrauen und Vorschusslorbeeren mit sich gebracht, die uns schnell mit Zulieferern, Produktions- und Kooperationspartnern, sowie Supermärkten ins Gespräch gebracht haben. Seit der Ausstrahlung im September 2016 wuchs unser Team von 2 auf über 40 Mitarbeiter. 2015 haben wir 50.000 Euro Umsatz gemacht und ein Jahr später über 1,5 Millionen Euro. Wir lieben absolut, was wir tun, doch wir machen genug Fehler, haben auch Probleme und Sorgen und möchten nicht die “perfekten Unternehmer” spielen. Viele Startup-Gründer werden in dieser Form medial präsentiert, doch im ehrlichen Gespräch untereinander wissen wir alle: Das ist die größte Herausforderung des Lebens und Euphorie und Frust sind sehr nah beieinander.“

Denis und Daniel Gibisch, Gründer des Suppen-Startups Little Lunch:

„In Verkaufszahlen ausgedrückt ist es kaum zu fassen, was mit Little Lunch seit der Show passiert ist. Vor DHDL haben wir ungefähr 500 Suppengläser pro Monat verkauft, heute sind es über eine Million. Wir können in unserem Fall tatsächlich ausschließlich von Vorteilen berichten. Für neue Kunden, die uns nicht gleich mit der Show in Verbindung bringen, ist das häufig ein positiver Faktor bei der Kaufentscheidung. Was während und nach der Ausstrahlung allerdings absolut kurios war: Unser Zahlungsanbieter konnte offenbar nicht glauben, dass es mit rechten Dingen zuging, als wir innerhalb von wenigen Minuten einen fünfstelligen Umsatz verbuchten. Unser Geschäftskonto wurde gesperrt und das Geld zunächst einbehalten. Es hat uns viel Mühe, Zeit und Nerven gekostet, bis wir diesen Umstand aufklären konnten und das Geld wieder reibungslos floss.“

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Melanie Brosig, Erfinder der Gemüsemischung VeggiePur:

„Die Show hat unsere Bekanntheit natürlich schlagartig gesteigert, dieser Marketingeffekt ist einfach unbezahlbar und hat unserem Vertrieb den Einstieg in den Lebensmitteleinzelhandel sehr erleichtert. Insofern ist DHDL zwar ein Türöffner, aber natürlich kein alleiniger Garant für einen nachhaltigen Erfolg. Insgesamt konnten wir unseren Umsatz in 2016 um das 20-fache steigern. Aus einem 2-Mann-Unternehmen ist ein Team von zehn Mitarbeitern geworden. Im Juni 2017 wurde uns der German Brand Award für innovative Markenführung verliehen und vermutlich wurde die Jury durch die Bekanntheit durch DHDL auf VeggiePur aufmerksam.“

Daniel Duarte, Gründer des Trinkschokolade-Startups Koawach:

„Obwohl der Deal mit Jochen Schweizer in der zweiten Staffel geplatzt ist, haben wir von der Show sehr stark profitiert. Vor DHDL haben wir höchstens 500 Bestellungen im Monat erhalten, im vierten Quartal 2015 waren es schon insgesamt 30.000. DHDL war ein Game Changer für Koawach und das Geschäftskonzept damals. Durch die Sendung haben wir die nötige Reichweite für ein neues Produkt in der Lebensmittelbranche bekommen. Andere Investoren sind auf uns aufmerksam geworden, durch neue Vertriebskontakte haben wir die Möglichkeit bekommen zu wachsen und wir profitieren weiterhin beim Lebensmitteleinzelhandel.“

Bild: Vox

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