Leidenschaft, Lust und gute Laune: Das sind die Marktverkäufer von heute

Früher gab es Marktschreier, heute bieten Verkäufer ihre Waren weitaus unaufdringlicher feil: lässig und trendbewusst. Ein Besuch in der Berliner Markthalle Neun.

 

Die Berliner Markthalle Neun ist über die Grenzen der Hauptstadt bekannt für regionale Produkte – und allerlei Innovationen von Startups. Doch die eigentliche Attraktion des Traditionsgebäudes sind die Menschen, die dort jeden Tag arbeiten. Hier stellen wir vier von ihnen vor.

Simone vom Schaufenster Uckermark:

Ursprünglich hat Simone 25 Jahre in Süddeutschland im Gesundheitswesen gearbeitet, unter anderem in der klinischen Forschung. Doch seit fünf Jahren verkauft sie lieber mit ihrem Team Produkte von kleinen Herstellern aus der Uckermark und anderen Teilen Brandenburgs – von Apfelwein bis Ziegencamembert. Die Stimmung unter den Händlern der Markthalle sei kameradschaftlich, findet sie: „Zum Arbeiten brauche ich eine gute Atmosphäre, und die gibt es hier. “

Gé von Endorphina:

Gé kommt aus Holland, doch er lebt lieber in Spanien oder in Berlin, wo er in der Markthalle Brote verkauft. Zwei Dinge fallen an ihm sofort auf: Zum einen lacht er viel, wenn er von den „wunderschönen Broten“ erzählt, die in der Vitrine liegen. Brote aus Vollkorn und Natursauerteig, so lecker, dass sie Gé viel besser schmecken als das spanische Weißbrot. Zum anderen fällt sein Bart auf. Ruckzuck sei der jeden Tag nach oben gezwirbelt, sagt Gé.

Torsten von Kumpel und Keule:

Torsten verkauft an seinem Stand das nach seinen Worten beste Fleisch Berlins – von Tieren, die besonders lange auf der Weide standen. Fragt man ihn, was an der Markthalle so besonders ist, antwortet er: det Feeling und det Ambiente. Schön rustikal sei es hier. Zuvor habe er mehr als 20 Jahre im Luxus-Kaufhaus KaDeWe gearbeitet, dort viel Krawatte getragen. Jetzt könne er mehr er selbst sein.

Franzi von den Tofu Tussis:

Curry-Mango, Algen-Räucher und Erdnuss heißen drei der Tofu-Sorten, die Franzi an ihrem Stand anbietet. Den Tofu stellt sie mit ihrer Kollegin Elena in einer kleinen Küche im Keller der Markthalle frisch aus Bio-Sojabohnen her. Die Bohnen stammen aus Süddeutschland, und als Gerinnungsmittel dient natürliches Nigari – ein aus Meersalz gewonnenes Bittersalz. Das Ganze sei ähnlich dem Käsemachen, erzählt Franzi. Besonders gut schmecke ihr derzeit der Algen-Räucher-Tofu.

Bilder: Chris Marxen | Headshots-Berlin.de

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