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Abendessen nach Empfehlung des Algorithmus

Die drei Upfit-Gründer von lins nach rechts: Tim Kahle, Stanislaw Schmidt, Karol Domagalski.

Abnehmen ohne Hungern, damit wirbt Upfit. Das Startup erstellt individuelle Ernährungspläne – und vermarktet seinen Dienst vor allem über Fitnessstudios.

Algorithmen bestimmen mit darüber, was wir im Netz lesen, welche Produkte wir bestellen und wen wir kennenlernen. Und geht es nach den Gründern von Upfit aus Hamburg sollen Algorithmen nun auch mit entscheiden, was jemand isst. Das Startup von Tim Kahle, Stanislaw Schmidt und Karol Domagalski erstellt automatisch Ernährungspläne, die beim Abnehmen helfen sollen.

Um einen solchen Plan zu bekommen, müssen Nutzer auf der Seite unter anderem ihr aktuelles und ihr Wunschgewicht, Unverträglichkeiten und ihr Budget angeben. Der von Upfit entwickelte Algorithmus berechnet darauf aufbauend die Menge an Proteinen, Kohlenhydraten, Fetten, Vitaminen und Mineralstoffen, die man zu sich nehmen sollte, um das Zielgewicht zu erreichen. Auf Basis dieser Werte werden Rezepte für mehrere Wochen zusammengestellt. Je nach Zeitrahmen kostet der Service zwischen 49 und 59 Euro.

Das System arbeite im Prinzip wie ein menschlicher Ernährungsberater, nur genauer, sagt Upfit-Mitgründer und Ex-Kickboxtrainer Tim Kahle: „Jeder Mensch hat einen anderen Bedarf an Nährstoffen, der berechnet werden kann. Für einen einzelnen Berater wäre es extrem mühselig, das bei sämtlichen Nährstoffen bis ins Detail zu tun. Unser Algorithmus löst diese Aufgabe in kürzester Zeit.“

Laut Kahle kann Upfit auf verschiedene Nährungsgewohnheiten abgestimmt werden. „Wenn jemand sagt, dass er sich vegetarisch ernähren möchte, aber keine Tomaten mag und dazu noch laktoseintolerant ist, dann wird das berücksichtigt.“ Bis heute habe das System noch keine zwei identischen Pläne ausgespuckt. Das liege auch an der Größe der Datenbank, so der Gründer. Zurzeit umfasse sie über 100.000 Rezepte – Tendenz steigend.

Auch Trainingspläne bietet Upfit an, als Zusatz zum Kerngeschäft, der digitalen Ernährungsberatung. Sie seien in Zusammenarbeit mit Sportwissenschaftlern der Deutschen Sporthochschule Köln entwickelt worden, sagt Kahle. Ebenso individualisieren wie die Essenspläne lassen sich die Fitness-Vorschläge bislang aber nicht.

Dass es bei Upfit nun Diät- und Trainingspläne gibt, liegt auch an der Konkurrenz: Anbieter wie „Body Change“, „Mach dich krass“ oder „Size Zero“ verkaufen entsprechende Gesamtpakete schon länger an Abnehm-Willige.

Upfit ist seit Anfang 2016 online und zählt eigenen Angaben zufolge etwas über 18.000 Kunden. Der größte Teil davon hat den Unternehmensnamen womöglich noch nie gehört, denn das Startup vermarktet seinen Dienst auch als Whitelabel-Lösung an Sportstudios. Deutschlandweit arbeitet es dazu mit 25 Fitnessstudio-Betreibern zusammen.

Insgesamt sind in Hamburg sechs Leute fest bei dem Startup angestellt, das bislang ausschließlich aus eigenen Mitteln finanziert ist. Noch in diesem Jahr wollen die Gründer ihren Service auch in den USA anbieten.

Bild: Upfit

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