Wie neue Smoothie-Startups am Markt überleben wollen

In Deutschland hat vor allem True Fruits zum Smoothie-Boom beigesteuert. Mittlerweile sind zahlreiche Startups nachgezogen, die sich am Markt versuchen.

Rund 40 Millionen Liter Smoothies wurden im vergangenen Jahr verkauft – Tendenz steigend. Denn immer mehr Leute wollen sich gesund ernähren und essen häufiger unterwegs. Das pürierte Obst stillt nicht nur den Durst, sondern gilt je nach Zusammensetzung auch als Sattmacher.

Immer mehr Startups bieten nicht nur pasteurisierte Fertiggetränke an, sondern auch alternative Smoothie-Produkte, wie Fruchtpulver oder getrocknetes oder tiefgekühltes Obst und Gemüse, das mit Wasser gemischt wird. Lukrativ ist der Markt besonders für Firmen, die sich bereits einen Namen haben machen können, wie die Bonner Saftfirma True Fruits. Sie konnte ihren Umsatz nach der Einführung ihrer grünen Geschmackssorte 2015 sogar verdreifachen. Rund 40 Millionen Euro setzte das Unternehmen nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr um. Aggressive Werbekampagnen halfen dabei.

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Weitere junge Firmen versuchen es erst noch, sich am Markt zu etablieren. Ein Beispiel ist das Berliner Startup Wholey, es sitzt im hippen Bezirk Neukölln. Die vier Gründer Alexander Stahr, Casimir von Carmer, Philipp Stahr und Alexander Carsten haben jahrelange Erfahrung als Unternehmensberater oder in der Modebranche, sie sind teils Familienväter und ehemalige Leistungssportler. Die Gründer verstehen ihr Produkt nicht als Smoothie, sondern als ein ganzheitliches Ready-to-Blend: fertig zum Mixen. Einen Mixer braucht man dafür allerdings auf jeden Fall noch. Die transparenten Bio-Plastik-Becher sind gefüllt mit schockgefrosteten Bananenscheiben, Blumenkohl, Acai-Würfeln, Cashewkernen und Co. Neun verschiedene Geschmacksrichtungen bietet Wholey an. Das tiefgefrorene Obst und Gemüse muss allerdings noch mit Wasser püriert werden. Anders als viele Konkurrenten will Wholey vor allem Gastronomen ansprechen und plant im nächsten Jahr einen siebenstelligen Betrag umzusetzen.

Die neue Ära der Smoothies

Buah und MySmoothie setzen dagegen auf gefriergetrocknete Früchte, die mit Wasser oder Milch zu einem Getränk vermixt werden. Das Startup Good Smoothie aus Rheinland-Pfalz verkauft Fruchtpulver, das mit Wasser zu einem breiigen Getränk angerührt wird. Bei all den Startups unterscheidet sich zwar, woraus der Smoothie gemixt wird, doch eines wird hier deutlich: Kunden sollen ihre Getränke zwar noch selbst herstellen, aber Zeit einsparen. Die Smoothie-Startups zielen mit ihren Produkten auf fitnessbegeisterte und ernährungsbewusste Konsumenten, verwenden überwiegend nachhaltige Verpackung.

So auch die Smoothies der Berliner Marke Freche Freunde, die ihre Getränke vor allem für Kinder produziert. Eines ihrer Hauptprodukte ist ein sogenannter Quetschie, also Obst- und Gemüse-Brei in der Tüte. Ähnlich wie True Fruits sind die Smoothies bereits fertig gemischt. Dennoch: Mit seinem Konzept erzielte Freche Freunde 2016 etwa 20 Millionen Euro.

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Startups wie Wholey und Buah betonen, dass sie auf Zusatzstoffe wie Zucker oder Geschmacksverstärker verzichten. Bio-Lebensmittel gehören mittlerweile zum guten Ton, Superfoods sind kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Industriell hergestellte Smoothies, darunter auch die von True Fruits, werden oft hitzebehandelt, damit sie länger haltbar sind. Allerdings geht dadurch auch ein Teil der Nährstoffe und Vitamine verloren.

Bild: Wholey

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