In dieses US-Müsli-Startup hat Katjesgreenfood investiert

Müsli steht bei den Amerikanern nicht ganz oben auf dem Speiseplan. Trotzdem investierte Katjesgreenfood in das US-Startup Seven Sundays.

In Deutschland ist Müsli vom Frühstückstisch gar nicht mehr wegzudenken. Zehn Jahre ist es her, als MyMuesli seinen Online-Shop startete, bei dem sich Kunden ihre Frühstücksflocken individuell zusammenstellen können. In den USA wissen einige Menschen hingegen nicht einmal, was Müsli ist. Das Ehepaar Hannah und Brady Barnstable will das ändern. 2011 haben sie ihr Müsli-Startup Seven Sundays gegründet, jetzt konnten sie den deutschen Investor Katjesgreenfood davon überzeugen.

Die US-Amerikaner bevorzugen laut der Gründer gezuckerte Cornflakes oder getoastetes Gebäck, um in den Tag zu starten. „Die Leute haben es morgens sehr eilig, da dauern selbst Frühstücksflocken noch zu lange“, sagen die beiden im Gespräch mit NGIN Food. In ihren Flitterwochen in Neuseeland hätten sie zum ersten Mal Müsli gegessen und fanden Gefallen an dem Frühstück. Zurück in den USA machte sich das frisch vermählte Paar auf die Suche nach den Getreideflocken, fanden zwischen unzähligen Cornflakes-Kartons aber nur zwei Müsli-Marken – und die seien obendrein aus Europa gewesen.

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Deshalb kündigte Hannah ihren Job als Finanzberaterin für Nahrungsmittelunternehmen und tüftelte vier Monate an einer eigenen Müsli-Rezeptur. Sie verkaufte ihren Haferflocken-Mix auf Wochenmärkten in Minnesota. Der Haferflocken-Mix von Seven Sundays ist glutenfrei und zuckerarm. Das Startup bezieht sein Getreide von regionalen Bio-Bauern.

Der Müsli-Kunde ist wählerisch

Fünf Geschmacksrichtungen bietet Seven Sundays derzeit an. Die Grundzutaten jeder Sorte sind Haferflocken, Buchweizen und Hirse. In den USA wird das Müsli entweder direkt mit Milch gegessen, übernacht als sogenannte Overnight-Oats eingewichen oder als Porridge angerührt. Mit Granola sei ihr Müsli jedoch nicht zu verwechseln, betonen Hannah und Brady Barnstable. Das werde in den USA vielmehr als Dessert oder Snack gegessen und sei reich an Zucker. „Der Müsli-Verbraucher ist sehr neu und wählerisch“, so Brady Barnstable. Seven Sundays fokussiert sich vor allem auf junge Familien sowie fitnessbegeisterte Menschen, die Wert auf gesunde Ernährung legen.

Die Grundzutaten sind Haferflocken, Buchweizen und Hirse

Mittlerweile wird Seven Sundays in rund 4.000 Läden in den Vereinigten Staaten verkauft. Target war die erste Warenkette, die das Müsli in ihr Sortiment aufgenommen hat. Damals waren die Haferflocken ein Jahr am Markt. Sechs Jahre später steht das Müsli auch in Regalen von Handelsketten wie Costco sowie Whole Foods und das Startup kann seinen Umsatz nach eigenen Angaben jährlich verdoppeln. In diesem Jahr rechnen die Gründer mit einem einstelligen Millionenbetrag, wollen aber keine näheren Angaben machen. Immerhin: Der gesamte US-Markt für Frühstückscerealien ist etwa zehn Milliarden Dollar schwer. Zwar sinken die Umsätze für Cornflakes jährlich, der Müsli-Markt wächst hingegen kontinuierlich.

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Katjes blickt von außen auf die USA

Grund genug für Katjesgreenfood, in das fünf Mann starke Familiengeschäft einzusteigen. Im September beteiligte sich der VC-Arm von Katjes mit einer Beteiligung von 15 Prozent an Seven Sundays. Wie hoch die Finanzierungssumme war, wollen weder das Unternehmen noch der Kapitalgeber verraten. Laut Crunchbase haben die Barnstables im Herbst jedoch 1,5 Millionen Dollar von mehreren Investoren eingesammelt, wobei Katjes laut der Mitgründerin der Leadinvestor war. Somit ist Seven Sundays das erste internationale Investment der Berliner Beteiligungsgesellschaft.

Gegenüber NGIN Food erzählt das Paar, dass es zwar auf der Suche nach einem neuen Investor war, aber nicht sofort an deutsche Kapitalgeber dachte. Von Katjesgreenfood haben die Gründer durch einen deutschen Freund erfahren. Die Sorge, Katjes hätte zu wenig Erfahrung in den USA, hat sich schnell gelegt, erzählt Hannah Barnstable: „Katjes bringt eine neue Perspektive von außen mit.“ Im Nachhinein ergebe der Schritt aber Sinn, wie Hannah und Brady Barnstable erklären, da der Müsli-Markt in Deutschland viel weiter entwickelt sei als in ihrer Heimat.

Bilder: Seven Sundays

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