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Rocket Internet verringert Verluste – und schweigt zum Börsengang

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Rocket schreibt zwar immer noch rote Zahlen, allerdings fallen sie nicht mehr so hoch aus wie zuvor. Die Umsätze der wichtigsten Beteiligungen steigen.

Vor der anstehenden Hauptversammlung an diesem Freitag waren die Erwartungen hoch. Immer wiederkehrende Gerüchte zu möglichen Börsengängen großer Beteiligungen trieben den Aktienkurs von Rocket Internet in den vergangenen Tagen merklich an.

Wer hoffte, bei der Bekanntgabe der Ergebnisse des ersten Quartals 2017 positiv überrascht zu werden, wurde allerdings enttäuscht. „Die Ergebnisse für Q1 2017 entsprechen den Erwartungen“, kündigte das Berliner Unternehmen Rocket Internet am Mittwochvormittag an.

Die Verluste sinken, die Umsätze steigen

Demnach stiegen die Umsätze einiger ausgewählter Unternehmen – vollständige Zahlen veröffentlicht die Firmenschmiede nicht – im Vergleich zum Vorjahr um 28 Prozent auf insgesamt 617 Millionen Euro an. Gleichzeitig verringerte sich der Fehlbetrag im operativen Geschäft (Ebitda) um 20 Millionen Euro auf 100 Millionen Euro. Die aggregierte bereinigte Ebitda-Marge erhöhte sich um 7,9 Prozentpunkte von minus 22,6 auf minus 14,7 Prozent. Das verbesserte Ergebnis schlägt sich auch in der Bilanz der Firmenschmiede selbst nieder. 

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Rocket Internet erzielte im ersten Quartal 2017 einen Umsatz von 9 Millionen Euro und einen Verlust von 86 Millionen Euro. Das ist weiterhin ein starkes Ungleichgewicht, doch die Tendenz ist positiv: Im Vorjahr betrug der Verlust noch 342 Millionen Euro. In Bedrängnis ist das Berliner Unternehmen damit nicht. Insgesamt verfüge der Konzern aktuell um 1,5 Milliarden Euro an liquiden Mitteln, heißt es. 

Unter den wichtigsten Beteiligungen legte ganz konkret Rockets Essenslieferdienst, Delivery Hero, zu. Der Umsatz stieg um 93 Prozent auf 121 Millionen Euro. Auch Rockets zweiter Hoffnungsträger, der Kochboxen-Versand Hellofresh, setzte mehr um – 205 Millionen Euro bedeuten ein Plus von 45,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

3 Firmen sollen bald schwarze Zahlen schreiben 

„Wir sind davon überzeugt, dass unsere ausgewählten Unternehmen in diesem Jahr weitere Fortschritte auf dem Weg in Richtung Profitabilität verzeichnen und in nachhaltiges Wachstum investieren werden,’’ lässt sich Oliver Samwer zitieren. Der CEO bestätigte erneut, dass drei der Firmen bis Ende des Jahres schwarze Zahlen schreiben sollen. Welche das sein könnten, erwähnt er allerdings nicht. 

 


Chart von finanzen.net

 

Auch zu einem möglichen IPO wollte sich Samwer nicht äußern. Einer der aussichtsreichsten Kandidaten dafür ist wohl Delivery Hero, dessen Börsengang von Experten in diesem Sommer erwartet wird. Auch Hellofresh ist dafür weiterhin im Gespräch, für die Firma wäre es der zweite Emissions-Versuch. Der erste soll an Unstimmigkeiten zwischen den Gesellschaftern gescheitert sein.

Auch die Global Fashion Group verbuchte ein Umsatzwachstum. Der Nettoumsatz der Gruppe stieg im ersten Quartal 2017 um 196,9 Millionen auf 265,3 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Positiv kam an der Börse in der vergangenen Woche bereits der Teilverkauf eines ihrer Zalando-Klone, Namshi, an. Er ging für 151 Millionen an ein Einkaufsmall-Unternehmen aus Dubai. 

Während Rocket Internet im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben acht neue Startups launchte, sollen es in diesem Jahr laut dem CEO fünf bis acht werden. „Nicht die Zahl, aber die Qualität der Unternehmen zählt“, so Samwer. 

Aufräumen im Portfolio

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Im vergangenen Jahr hat Rocket hier ordentlich aussortiert und einige Misserfolge verkauft – beispielsweise das Problemkind Jabong aus der Global Fashion Group, es ging für 70 Millionen Euro an Flipkart. Das verlustreiche Venture Foodpanda ging Ende 2016 an den Wettbewerber Delivery Hero – nach einer Gründerszene-Recherche sollen dabei nur etwa 320 Millionen Euro geflossen sein.

Heute gehören nur noch neun Unternehmen zum Fokusbereich der Firmenschmiede. Die Bereinigung des Portfolios ist auch eine Anpassung der Strategie nach einer Zeit großer Turbulenzen. Mittlerweile tritt die Gruppe immer mehr als Investor auf, anstatt selbst neue Ventures aufzubauen. 

Bild: Gründerszene

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