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Mit Kaffee zum Millionen-Geschäft

Die Gründer: Boris Häfele (links) und Philip Müller

Roastmarket aus Frankfurt will einen Milliardenmarkt erobern: Die beiden Gründer bieten hunderte Kaffeesorten – und wollen so Amazon ausstechen.

Wer die volle Vielfalt an Lebensmitteln will, muss nur im Netz stöbern. Das gilt für Weine, Süßigkeiten, Reis oder Superfood. Aber einen Shop für die vielen Kaffeesorten, die man von bekannten Röstereien beziehen kann? Das fehlte Boris Häfele und Philip Müller. Gemeinsam gründeten sie deswegen vor rund einem Jahr den Frankfurter Online-Shop Roastmarket, der mehr als 1.000 Produkte für Kaffeetrinker verkauft und im kommenden Jahr erstmals einen Millionenumsatz erzielen soll.

„Es gab vor uns keinen bekannten Online-Händler für Kaffee in Deutschland“, behauptet Häfele. Zwar werde Roastmarket häufig mit jungen Kaffee-Unternehmen wie Coffee Circle oder Green Cup Coffee verglichen, „aber damit haben wir nichts zu tun, denn wir haben keine Eigenmarke“. Andere große Unternehmen wie Nestlé oder Tchibo seien hingegen vor allem offline erfolgreich. Als einzigen direkten Konkurrenten in Deutschland sieht Häfele den Online-Shop Kaffeezentrale mit Sitz in Bochum.

Für den 32-jährigen Gründer ist es unverständlich, warum sich bisher kein Startup in Deutschland um diesen Markt kümmert. „Das ist ein Vier- bis Fünf-Milliarden-Markt“, sagt Häfele, der vorher unter anderem in der Rechtsabteilung von Rocket Internet gearbeitet hat. Der Vorteil sei, dass Menschen häufig ihr Leben lang Kaffee trinken. Wenn alles so klappt wie geplant, möchte Roastmarket so seine Kunden über Jahrzehnte an sich binden. Das Startup hat sogar eine eigene App entwickelt, mit der man eine einfache Bestellung abwickeln kann.

Bisher kümmern sich die beiden Gründer gemeinsam mit fünf festen Mitarbeitern und vier bis fünf Werkstudenten um das Geschäft. „Wir sind sehr lean aufgestellt“, betont Häfele und meint damit, dass seine Firma mit möglichst wenig Mitarbeitern und Kapital von Business Angels oder Investoren auskommen will. Dennoch: Knapp 1,4 Millionen Euro hat Roastmarket bisher von Business Angels aufgenommen. Den größten Teil – 760.000 Euro – haben die Gründer erst vor wenigen Tagen bekommen.

Das frische Geld wollen sie in den Service und den Aufbau der Marke investieren. Es sei vor allem wichtig, dass Roastmarket als Fachhändler von den Kunden wahrgenommen werde, so Häfele. Das sei auch der Unterschied zum E-Commerce-Giganten Amazon, der ebenfalls viele Kaffeeprodukte vertreibt und ohnehin jedem kleinen E-Commerce-Händler das Leben schwer machen kann: „Wir haben viele Kunden, die von Amazon zu uns kommen, weil sie sich dort nicht orientieren können.“

Ein weiterer Vorteil gegenüber Amazon sei laut Häfele, dass Roastmarket den Kaffee besonders frisch verkaufe. „Wir bekommen jeden Tag neue Bestellungen rein, weil wir durch Suchanfragen genau identifiziert haben, welche Marken sich schnell verkaufen lassen“, argumentiert er. „So ist der Kaffee bei uns frisch, das ist den Kunden wichtig.“

Auf Wunsch mahlt Roastmarket die Kaffeebohnen auch – der Kunde kann verschiedene Mahlstufen auswählen. Restaurants bietet das Startup Massenrabatt an. Die beliebtesten Marken seien Kimbo, Lucaffé, Hausbrandt oder Pellini. „Durch Starbucks und viele andere Coffeeshops haben die Kunden ein größeres Qualitätsbedürfnis“, sagt Häfele. „Keiner will da zuhause noch Melitta oder Jacobs trinken.“

Bild: Roast Market

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