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Warum das Tee-Startup Teatox 46 Prozent an ProSiebenSat.1 abgibt

Skinny Detox, Daily Balance, Energy Matcha... Die Teatox-Gründer Felix Ilse und Michael Decker (rechts) versprechen ihren Kunden ein besseres Leben.

Wer auf sich achtet, trinkt Tee. Das ist schon seit Jahrhunderten so. Dass Tee in Zeiten des weltweiten Fitnesswahns ein Revival erfährt, ist da nur logisch. Zahlreiche Unternehmen haben erkannt, dass sich mit schön verpackten und gut gebrandeten Tees Geld verdienen lässt. Die meisten Startups haben sich dabei auf Detox-Tee spezialisiert, der eine schlanke Figur, schöne Haut und ein besseres Leben verspricht. Was auch sonst?

FitTea, SkinnyMint, GymTea, Tree of Tea, Slimtea, Tiny Tea, Rosyfit, Naked Me Tea, ShowGirlSlim, LyfeTea, My Beauty Tea oder Skinny Bunny Tea heißen die Firmen, die die vermeintlichen Schönmacher anbieten. Auch das Berliner Startup Teatox, das vor rund drei Jahren gegründet wurde, verdient sein Geld mit Detox-Tee. Bereits im ersten Jahr machte Teatox nach eigenen Angaben einen siebenstelligen Umsatz, aktuelle Zahlen nennt das Startup nicht. 20 Mitarbeiter arbeiten für das junge Berliner Unternehmen.

Von den zahlreichen Konkurrenten kommen viele aus den USA und versenden ihre Produkte weltweit. Um sich von den Wettbewerbern abzusetzen, haben die Teatox-Gründer Felix Ilse und Michael Decker den Fokus in den vergangenen Monaten auf den stationären Handel gelegt. Galeria Kaufhof, Edeka, die Drogerie Müller, Bio Company oder das Kochhaus verkaufen den Tee nun. „Wir haben gemerkt: Um nachhaltig eine starke Lifestyle-Marke aufzubauen, muss die Verfügbarkeit und Sichtbarkeit für den Konsumenten unbedingt gegeben sein“, erläutert Ilse gegenüber Gründerszene.  

Bisher fokussierte sich Teatox – ähnlich wie die Wettbewerber – auf kostenloses Marketing via Instagram. Anfangs schoss die Anzahl der Fans zwar in die Höhe, doch für den Aufbau einer deutschlandweit erfolgreichen Marke dürften die aktuell 41.000 Follower auf Instagram nicht genügen. Zumal die Konkurrenz in der App weit vorne liegt: So hat Fittea beispielsweise 1,8 Millionen Follower auf seinem internationalen Instagram-Kanal. Skinny Bunny Tea kommt auf 1,3 Millionen Fans, LyfeTea auf 429.000.

Für aufwendiges Marketing aber, beispielsweise Anzeigen in Magazinen oder TV-Werbung, hatte Teatox als junges Unternehmen bisher kaum Geld übrig. Ein Deal mit ProSiebenSat.1 soll nun den entscheidenden Anschub geben. 46 Prozent ihres Startups haben Ilse und Decker nun an 7Life, eine Tochter von ProSiebenSat.1, abgegeben, um mit TV-Werbung ihre Marke bekannter zu machen. Details zum Vertrag verraten beide Seiten auf Nachfrage nicht. Für eine Ankündigung war das Geschäft dem börsennotierten Medienkonzern ProSiebenSat.1 aber offenbar zu klein. Nur in einer Präsentation Anfang August wurde die Beteiligung erwähnt.

ProSiebenSat.1 soll seine Anteile vor allem für Medialeistungen bekommen haben. Dass die Gründer fast die Hälfte ihres Startups abgeben mussten, ist für sie in Ordnung. „Was haben wir davon, wenn uns hundert Prozent an einer unbekannten Marke gehören, die keiner kauft?“, meint Gründer Felix Ilse. „Damit die Menschen die Vorzüge unserer Produkte kennenlernen und anschließend kaufen, sind Marketing und eine große Reichweite unverzichtbar. Doch das ist für ein Startup oftmals zu teuer und somit außerhalb der Möglichkeiten.“ Mit TV-Spots, die ab Oktober auf den Sendern von ProSiebenSat.1 laufen sollen, wolle er nun Kunden „in jedem Winkel Deutschlands“ erreichen. Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft.


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Bild: Teatox

Dieser Artikel erschien zuerst auf www.gruenderszene.de

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