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ProSiebenSat.1 stockt bei Münchner Startup Vitafy auf

Arbeiten nun für den Fernsehsender: Vitafy-Gründer Jürgen Englisch, Christian Böhm, Georg Bader und Florian Calmbach

Naturkost, Sportlernahrung, Low-Carb-Futter – mit dem Kauf weiterer Anteile des Münchner Startups Vitafy will ProSiebenSat.1 sein Fitness- und Wellness-Angebot ausweiten.

Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 ist stark an Wellness- und Fitness-Angeboten interessiert. Das verrät schon der Blick auf das Portfolio der sendereigenen Beteiligungsgesellschaft 7NXT. Der „Video Innovation Hub“ bündelt unterschiedliche Fitness-Plattformen: Neben dem einst vom hauseigenen Company Builder Epic Companies gestarteten Gymondo und dem Spartenkanal Sportdeutschland.tv sind das insbesondere die zusammen mit TV- und Sport-Promis wie Daniel Aminati, Ralf Moeller, Maria Höfl-Riesch oder Arthur Abraham betriebenen Fitness- und Wellness-Angebote.

Eine weitere Beteiligung ist ProSiebenSat.1 vor gut einem Jahr mit Vitafy eingegangen, damals sicherte sich die Sendergruppe rund 28 Prozent an dem Münchner Startup. Wie das Medienunternehmen nun mitteilt, wurde die Beteiligung vor Kurzem auf knapp 50 Prozent ausgeweitet. Damit soll nicht Schluss sein: Zusätzlich wurden mehrere Kaufsoptionen („Call-Optionen“) für den Erwerb weiterer Anteile innerhalb der nächsten drei Jahre abgeschlossen.

Damit könnte ProSiebenSat.1 in den kommenden Jahren zum 100-prozentigen Eigentümer des von Jürgen Englisch, Christian Böhm, Georg Bader und Florian Calmbach zusammen mit dem Company Builder Venture Stars gegründeten Unternehmens werden. Die Bewertung für die weiteren Tranchen sei dabei abhängig von der Erreichung bestimmter Ziele. Der Kaufpreis für die jetzt erworbenen 28,9 Prozent setzt sich laut ProSiebenSat.1-Geschäftsbericht aus einem Barkaufpreis in Höhe von 7 Millionen Euro und einer Media-Vereinbarung mit einem Bruttomediavolumen in Höhe von 20 Millionen Euro zusammen.

Das Ende 2013 gegründete Vitafy bietet Eiweißpräparate, Abnehmhilfen oder auch Tipps für eine gesunde Ernährung über seine Plattform an. Unter dem Label Wyld hat das Startup gerade eine Eigenmarke gestartet, samt entsprechender Tochterfirma. Von den hauseigenen Produkten erwarte man sich nicht nur höhere Margen. Wie Geschäftsführer Georg Bader gegenüber Gründerszene erklärte, sieht das Gründer-Quartett in der eigenen Produktion auch ein mögliches Differenzierungsmerkmal. „Es geht uns nicht darum, bestehende Produkte zu klonen. Wir wollen mit Wyld auch innovativ sein“, formulierte es der Gründer. Mit Produkten rund um Chia-Samen sei das Startup vor einem Jahr schon den ersten Schritt gegangen.

Derzeit ist das 85 Mitarbeiter starke Startup in Deutschland und Österreich aktiv. Aus dem Ziel, Marktführer in Deutschland zu werden, hatte das Gründerteam nie einen Hehl gemacht. Dazu muss sich das Jungunternehmen auch gegen das vom Frühpasen-Investor Project A und anderen namhaften Geldgebern unterstützte Nu3 durchsetzen, das ähnliche Ambitionen hat. Um das zu erreichen, will Vitafy auch das Geschäft mit Eigenmarken ausbauen. Dass mit dem neuen Eigentümer ein Fokus auch auf TV-Werbung liegen wird, liegt nahe.

Bild: Vitafy

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