Der Gründer mit dem Food-Tick

Bei Dario Galbiati Alborghetti dreht sich beruflich alles ums Essen. Der Italiener verkauft Fleischsnacks von Weide-Rindern und investiert in Food-Startups.

Der Gründer Dario Galbiati Alborghetti hat sich dem Thema Essen verschrieben und leitet gleich zwei Food-Startups. Mit Nud verkauft er verschiedene Fleisch-Snacks nach dem US-Vorbild Beef Jerky. Das Unternehmen gründete er 2014 unter dem Namen Paleo Jerky, heute arbeiten fünf Personen für die Berliner Firma. Außerdem investiert er mit Atlantic Food Labs als einer von mehreren Geschäftsführern in junge Food-Unternehmen oder baut selber Unternehmen auf. Hinter dem Investor steht Seriengründer Christophe Maire.

Alborghetti ist gebürtiger Italiener und wurde von Forbes 2016 als einer der besten Jungunternehmer unter 30 Jahren gekürt. Der 28-Jährige im Gespräch.

Dario, Du hast zwei Food-Startups. Warum ist das Thema Essen so wichtig?

Das Thema Essen ist wichtig, weil die ganze Industrie sich gerade im Wandel befindet. In der Vergangenheit hatten die Leute nicht viele Informationen. Jetzt durch das Internet sind sie besser informiert und das Konsumverhalten ändert sich entsprechend. Aber auch der Vertrieb verändert sich durch das Internet, weil die Produkte flexibler und gesünder sein müssen.

Und warum ist es für Dich persönlich wichtig?

Weil Essen einen direkten Einfluss auf die Gesundheit hat und sich daher jede Person für dieses Thema interessieren sollte.

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Du hast das Startup Paleo Jerky gegründet. Die Paleo-Diät spricht vor allem Sportler an. Bist Du einer?

Ich habe Paleo Jerky gemeinsam mit einem Freund gestartet. Er hat die Paleo-Diät gemacht, also nur Produkte konsumiert, die es bereits in der Steinzeit gab, etwa Fleisch, Fisch, Eier, Nüsse, Samen oder Gemüse. Durch die vielen Proteine hatte er mehr Energie und lebte gesünder. Ich selbst liebe vor allem Fleisch. Er war also der Paleo-Typ und ich der Fleisch-Typ. (lacht)

Ist das ein Statement gegen Veganer und Vegetarier?

Nein, nein, jeder soll machen was er will. Es ist wichtig, dass man ausgeglichen isst. Es ist also weder gesund, zu viel Fleisch noch etwas anderes zu viel zu essen.

Vor kurzem hast Du den Namen des Unternehmens von Paleo Jerky in Nud geändert, weil Paleo eine zu kleine Zielgruppe ist. Aber habt Ihr jetzt nicht immer noch das gleiche Produkt?

Der Fleischmarkt und der Fleisch-Snackmarkt in Deutschland sind riesig. Wir richten uns jetzt an den Protein-Snackmarkt – und der wächst wie verrückt. Wir hatten schon mit Paleo Jerky viele Kunden, die eigentlich keine Paleo-Diät hielten.

Was meinst Du mit Protein-Snacks? Willst Du jetzt weiter in Richtung Sportnahrung gehen, etwa mit Protein-Shakes?

Nein, wir machen Proteinsnacks, aber ohne Positionierung auf Sport oder den günstigen Preis, wie es etwa beim Bodybuilding wichtig ist. Uns geht es eher um Gesundheit und Lifestyle. Um jeden, der etwas snacken will.

Wie bist du denn von Nud zu Atlantic Food Labs gekommen?

Die Food Labs sind vor anderthalb Jahren gestartet. Vorher habe ich schon mit Christophe Maire, dem Gründer des Investors Atlantic Labs, zusammen gearbeitet. Wir hatten beide gesehen, dass es gerade im Bereich Essen große Möglichkeiten gibt und sind dann gestartet. Heute sind wir drei Leute. Und es gibt natürlich Vorteile, dass ich die Food Labs und Nud leite, weil ich so Wissen mit den anderen Unternehmen im Portfolio der Food Labs teilen kann.

Was für Unternehmen befinden sich im Portfolio von Food Labs?

Ein Unternehmen ist zum Beispiel Löwenzahn, die machen Bio-Baby-Produkte. Ein anderes ist Nouri, es stellt sogenannte Functional Herbal Shots her, beispielsweise als Kaffee-Ersatz, und richtet sich ebenfalls an gesundheitsbewusste Menschen. Wir betreiben auch Forschung und entwickeln gerade einen Zucker-Ersatz. Und mit ResQ haben wir auch eine digitale Plattform gegen Lebensmittelabfälle. Zu diesem Thema werden wir noch mehr machen, weil es sehr wichtig ist. Wir haben die unterschiedlichsten Modelle.

Aber gibt es etwas, das bei allen Modellen gleich ist?

Ja, es geht bei allen um Distribution, Produktentwicklung und Sales.

Bild: Nud

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