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Sie macht Nestlé digital

Tina-Beuchler

Dieser Text erschien in einer ausführlichen Version zuerst im neuen NGIN-Food-Heft. Hier geht es zum Magazin!

Tina Beuchler hat eine Mission: Sie will den Konzern Nestlé ins digitale Zeitalter holen. Wir haben sie in der Hauptzentrale in Frankfurt getroffen – und sie hat uns verraten, wie diese Mission zu einem Erfolg wird.

Frau Beuchler, Sie sind die erste Digitalchefin bei Nestlé Deutschland – einem Food-Konzern. Was hat ein Lebensmittelkonzern eigentlich mit der Digitalisierung zu tun?

Schon vor zwanzig Jahren haben verschiedene Gesellschaften von Nestlé Deutschland Websites entwickelt, das war der Anfang der Digitalisierung bei uns. Ein größeres Programm mit cross-funktionalen Teams haben wir 2013 aufgesetzt. Als schließlich unsere CEO Béatrice Guillaume-Grabisch vor eineinhalb Jahren ins Unternehmen kam, wurde der Bereich noch weiter ausgebaut. Sie ist eine starke Unterstützerin der digitalen Transformation in Deutschland. Seitdem sehen wir es als Aufgabe, das gesamte Unternehmen zu transformieren und nicht nur einzelne Bereiche wie E-Commerce und Marketing.

Welche Bereiche werden jetzt digitalisiert?

Im Prinzip alle parallel – aktuell beispielsweise der HR-Bereich, die Finance-Abteilung, die Produktion, die Lieferkette und die einzelnen Tochtergesellschaften mit ihren Produktmarken.

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Was ist das Ziel?

Die übergeordnete Vision ist, zur Steigerung der Lebensqualität und zu einer gesünderen Zukunft beizutragen. Insgesamt haben wir vier Felder definiert, in denen wir uns als Nestlé weiterentwickeln wollen. Das sind „Content“, „Personalisierung“, „E-Commerce“ und „neue Geschäftsmodelle“. Es wurden Teams mit Mitarbeitern verschiedener Abteilungen gebildet, die diese Felder weiterentwickeln. Zudem gibt es eine Zentraleinheit mit 40 Personen, die ich leite.

Wird die Digitalisierung bei Nestlé als Chance oder Bedrohung gesehen?

Mein Eindruck ist, dass die Digitalisierung im gesamten Konzern vorwiegend positiv gesehen wird. In unserem Fall wird die digitale Disruption zunächst nicht das Produkt betreffen. Eine Banane oder unser Wasser wird auch in vielen Jahren noch als analoges Produkt hergestellt und konsumiert. Unternehmen, die sich digital aufstellen, werden künftig besser mit dem Verbraucher verbunden sein und sich so Wettbewerbsvorteile verschaffen.

Haben nicht einige Mitarbeiter auch Angst?

Natürlich sehen wir die Hürde, dass manche Kollegen bei uns auch Ängste vor den Technologien haben und denken, dass sie nicht mehr mitkommen. Deswegen bieten wir Programme an, mit denen wir allen Mitarbeitern Chancen und Wege aufzeigen.

Wie genau sehen solche Programme aus?

Ein Programm ist die Digital Challenge. Mitarbeiter können eine digitale Idee einreichen, diese pitchen und ein Budget für die Umsetzung gewinnen. Wenn Mitarbeiter merken, dass sie mitmachen und etwas bewirken können, dann motiviert sie das. Außerdem bieten wir ein sogenanntes Reverse Mentoring an, bei dem sich junge und ältere Kollegen bei Fragen zur Digitalisierung austauschen und voneinander lernen.

Haben Sie bei diesem Mentoring-Programm auch schon mitgemacht?

Bisher habe ich es den Digital Natives überlassen. Aber ich möchte gerne partizipieren – allerdings habe ich mich noch nicht entschieden, ob als Mentorin oder Mentee (lacht).

Woher haben Sie dann Ihr Wissen über die Digitalisierung?

Meine Quelle für digitales Wissen und Inspiration sind definitiv jüngere Kollegen. Ich habe beispielsweise bis vor kurzem eng mit einem jungen Kollegen direkt zusammengearbeitet, der unter 30 Jahre alt ist. Er hat mir zum Beispiel Snapchat erklärt, als es Trend wurde. Außerdem versuche ich, extern mit Menschen, Agenturen oder Startups über das Thema zu sprechen. Beispielsweise habe ich kürzlich das Digital Lab der Deutschen Bank und auch Samsung besucht. Es ist Teil meiner Arbeit, außerhalb von Nestlé unterwegs zu sein und Impulse aufzunehmen …

Unknown… zu Teil 2 des Interviews geht es im neuen NGIN-Food-Heft!

Darin erzählt Tina Beuchler, welche Food-Trends überhaupt für ihren Arbeitgeber interessant sind, ob der Konzern Gespräche mit Amazon Fresh führt und wie er mit Startups zusammenarbeitet.

Außerdem im Heft: Spannende Geschichten um Delivery Hero, Fritz-Kola, Ritter Sport und weitere Lebensmittel-Unternehmen. Viel Spaß beim Lesen!

Bild: Chris Marxen für Gründerszene

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