Warum dieses Startup Honig im Briefumschlag verkauft

Zum ersten Mal veranstaltet die Grüne Woche einen Startup Day. 20 junge Food-Unternehmen konnten sich Fachpublikum präsentieren. Sieger ist ein Honig-Shop.

Am Mittwoch ging es auf der Grünen Woche in Berlin ein bisschen zu wie bei der TV-Show Die Höhle der Löwen. 20 vorab ausgewählte Food-Startups bekamen die Gelegenheit, ihr Unternehmen vor Fachpublikum zu pitchen. Fünf Minuten hatte jedes Startup dafür, am Abend entschied eine sechsköpfige Jury, wer am meisten überzeugen konnte. Am Ende stand fest: Der Gewinner des ersten sogenannten Startups Days der Grünen Woche kommt aus München.

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NearBees ist ein Online-Shop für Honig, der sich sowohl an den Endkunden als auch an den Einzelhandel richtet. Das Startup sieht sich als Brücke zwischen Verbraucher und Imker. „Auf unserer Plattform können sich Imker registrieren und Kunden ihren Honig dann direkt vom Anbieter kaufen“, erklärt Viktoria Schmidt, Mitgründerin von NearBees im Gespräch mit NGIN Food. „Der Honig kommt per Post und zwar nicht in einem Glas, sondern in einem Nachfüllbeutel, sodass nur Porto für einen gewöhnlichen Brief anfällt. Zuhause kann man den Honig dann in ein festes Gefäß umfüllen.“

Schmidt hat NearBees 2015 zusammen mit Michael Gelhaus gegründet. Zwei weitere Gründungsmitglieder sind inzwischen ausgeschieden. Heute beschäftigt das Unternehmen mehrere Mitarbeiter, im vergangenen Jahr wurde ein Umsatz im sechsstelligen Bereich erwirtschaftet. Im Oktober 2017 schloss NearBees seine zweite Finanzierungsrunde ab: BonVenture aus München investierte einen hohen sechsstelligen Betrag in das Honig-Startup.

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„Neben dem Marktplatzsystem bieten wir auch Bienenpatenschaften an und beliefern Firmen und lebensmittelproduzierende Betriebe mit Honig“, führt Schmidt aus. Sie ist sich sicher, dass das auch der Grund für den ersten Platz auf der Grünen Woche ist. „Ausschlaggebend war wohl der Regionalbezug unseres Einzelhandelskonzepts“, sagt sie. „Denn wenn man heute in den Supermarkt geht, findet man kaum Honig aus regionaler Herstellung.“ Über 80 Prozent der Konkurrenz sei importiert. „Wir bündeln das Angebot von vielen kleinen Imkern, oft Hobbyimkern, füllen den Honig lebensmittelkonform ab und sorgen für ein Sortiment an lokalen und regionalen Honigen im Einzelhandel“, beschreibt Schmidt ihr Konzept.

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Der Startup Day ist Teil der neuen inhaltlichen Ausrichtung der Grünen Woche, wie eine Sprecherin der Messe Berlin in der vergangenen Woche gegenüber NGIN Food erklärte. „Startups sind in der Lebensmittelbranche Indikatoren für neue Trends und Entwicklungen“, sagte sie. „Das möchten wir auch bei der Grünen Woche abbilden und zugleich junge Unternehmen unterstützen und sie mit interessanten Partnern zusammenbringen.“ Langfristig arbeite die Grüne Woche daran, die Ansprache von Fachbesuchern zu erweitern. Für den Sieger aus München gab es kein Kapital, sondern einen kostenlosen Stand auf der nächsten Grünen Woche sowie Coachings und weitere Pitch-Möglichkeiten

Den zweiten Platz belegte das Unternehmen Bickus aus Hessen. Es ist ein Zusammenschluss aus Bauernhöfen, die Legehennen verwerten, wenn sie keine Eier mehr legen. Dritter wurde die Fischkonservenproduktion Kutterfisch aus Rügen, die den Erhalt der Stellnetzfischerei vor der Insel fördern will. 

Welche Trends und Startups es in diesem Jahr sonst noch auf der Grünen Woche zu sehen gibt, haben wir in diesem Video zusammengefasst.


Bild: Messe Berlin

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