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Auch eine Berliner App will jetzt Restaurant-Essen retten

So sieht die MealSaver-App aus. Seit vergangener Woche kann man darüber Essen reservieren.

Eine ehemalige Mitarbeiterin des dänischen TGTG vermittelt nun über ihre eigene App Brötchen und Buffet-Reste. Unterstützt wird das Projekt von einem Social-VC.

Das Team von MealSaver hat ein großes Ziel vor Augen, steht aber noch ganz am Anfang. Die App ist vergangene Woche gestartet und will erreichen, dass weniger Restaurants und Cafés bereits zubereitetes, aber übrig gebliebenes Essen nach Geschäftsschluss wegwerfen. Dieses Essen können Gastronomen auf MealSaver portionsweise einstellen und für zwei bis fünf Euro an Nutzer verkaufen, die es dann innerhalb eines vorgegebenen Zeitfensters vor Ort abholen.

MealSaver

MealSaver-Gründerin Mai Olesen

Wie heute bekannt wurde, investierte der Münchner VC Ananda Ventures, der vor allem Sozialunternehmen unterstützt, bereits im August einen „hohen sechsstelligen Betrag“ in MealSaver. Mit dem Geld will das Startup weitere potenzielle Partner auf sich aufmerksam machen – und in absehbarer Zeit auch in anderen deutschen Städten außer Berlin verfügbar sein. Bislang finden Nutzer in der App knapp 40 Restaurants und Bäckereien, weitere 70 haben nach Angaben von Gründerin und Geschäftsführerin Mai Olesen zugesagt. Zum Start im Mai hatte Olesen ihre eigenen Ersparnisse in das Projekt gesteckt. Weil MealSaver es ins Berliner Social Impact Lab schaffte, musste zunächst kein eigenes Büro angemietet werden.

Nach genau demselben Prinzip wie MealSaver funktioniert das Vorbild Too Good To Go (TGTG) aus Dänemark. Auch hier zahlen die Nutzer der App online und zeigen bei Abholung ihren in der App hinterlegten Coupon vor. Beide Anbieter stellen den Gastronomen Take-Away-Boxen zur Verfügung, die einer Portion entsprechen. Sowohl MealSaver als auch TGTG behalten pro verkaufter Box einen Euro ein – um laufende Kosten zu decken, wie beide Unternehmen unterstreichen. In Sachen Verbreitung ist TGTG der MealSaver-App schon einige Schritte voraus: 2015 gegründet, ist TGTG auch in Frankreich, Großbritannien und Norwegen, seit Anfang 2016 auch in Deutschland aktiv. Mit 140 Betrieben arbeitet TGTG in Berlin, Hamburg, Köln und einigen kleineren Städten zusammen.

Dass sich die Anwendungen so ähnlich sind, kommt nicht von ungefähr: Mai Olesen arbeitete vorher als Country Managerin Deutschland für TGTG. Mit MealSaver hat sie das Angebot ihres ehemaligen Arbeitgebers einfach kopiert. Die Dänin wollte lieber ihr eigenes Ding machen. Die Nachfrage scheint jedoch groß genug für zwei Player zu sein: Bei TGTG sind häufig schon am Nachmittag alle Boxen vergeben.

Auch gegründet hat Olesen nicht zum ersten Mal: 2014 startete die 28-Jährige das Nachhilfe-Startup MentorDenmark in Kopenhagen, aus dem sie mittlerweile ausgestiegen ist. Nun will die studierte Umweltingeneurin mit ihrem neuen Unternehmen und ihrem 15-köpfigen Team den deutschen Markt erschließen. Aber nicht um jeden Preis, wie sie sagt: Das langfristige Ziel ihres Unternehmens sei es, Gastronomen dazu zu bewegen, gar keine überschüssigen Speisen mehr zuzubereiten. Auch wenn das bedeute, dass ihr Geschäftsmodell dann nicht mehr funktioniert. „Wir haben genug Ideen“, sagt Olesen, „wie wir die Verschwendung an anderen Stellen reduzieren können.“ Nach den Restaurants wolle sie beispielsweise die Überproduktion in großen Kantinen und Mensen eindämmen.

Bild: MealSaver

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