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Lidl führt eine Änderung an der Kasse ein, die das Einkaufen revolutionieren soll

Lidl

Der Discounter Lidl führt kontaktloses Bezahlen ein. Ab jetzt können in jeder Lidl-Filiale Rechnungen bis zu 25 Euro ohne die Eingabe eines Pin-Codes beglichen werden.

Der Discounter Lidl führt eine Neuerung an der Kasse ein, die den Einkauf für beide Seiten angenehmer machen soll: Die Rede ist vom kontaktlosen Bezahlen. Wie das Neckarsulmer Unternehmen nun bekanntgab, ist es ab sofort in allen 3.200 Lidl-Filialen möglich, Rechnungen bis zu 25 Euro ohne die Eingabe eines Pin-Codes zu begleichen.

Lidl ist damit nach eigenen Angaben Vorreiter auf dem deutschen Markt. Es genüge, die Girocard (häufig auch EC-Karte genannt) „wenige Zentimeter“ vor das entsprechende Lesegerät zu halten, heißt es in der entsprechenden Pressemitteilung. Der Betrag würde dann innerhalb einer Sekunde automatisch vom Bankkonto des Kunden abgebucht.

Beträge über 25 Euro müssen aus Sicherheitsgründen weiterhin durch den Kunden autorisiert werden. Die Möglichkeit, bar oder mittels eines Pin-Codes zu bezahlen, bleibt weiterhin bestehen. „Bei unserem Angebot an Zahlungsmöglichkeiten kann jeder die von ihm bevorzugte Methode wählen“, erklärt Lidl-Finanzvorstand Marcel von Haber.

Das kontaktlose Bezahlen sei „der nächste logische Schritt“ und ermögliche den Kunden eine „schnelle und sichere Bezahlung“. Das Unternehmen möchte das Einkaufserlebnis dadurch bequemer und einfacher gestalten, so die entsprechende Werbebotschaft. Für den Discounter bedeutet das kontaktlose Bezahlen vor allem eine Zeitersparnis, ganz getreu dem Motto: Zeit ist Geld.

Das Bezahlen mit Bargeld ist vergleichsweise aufwendig — vor allem, wenn erst nach Münzen im Portemonnaie gesucht werden muss. Das Einführen einer Geldkarte in das Terminal und die Übertragung eines Pin-Codes ist ebenfalls zeitintensiv. Dazu kommen Fehlfunktionen durch verunreinigte Lesegeräte.

Der Lebensmittelhändler wickelt tägliche Millionen von Zahlungsvorgängen ab. Entsprechend groß ist hier das Einsparpotenzial für Kassierer und Kunden. Die Konkurrenz interessiert sich ebenfalls für die Technologie. Wie die in solchen Dingen gut informierte Lebensmittelzeitung bereits im Spätherbst 2016 berichtete, plant auch die Lidl-Schwestergesellschaft Kaufland die Einführung des kontaktlosen Bezahlens.

Gleiches gilt demnach für den Erzrivalen Aldi und die Supermärkte Rewe und Metro. Eine entsprechende Umstellung sei auch in einigen Edeka-Verkaufsgebieten in Vorbereitung. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung mit Verweis auf die Deutsche Kreditwirtschaft berichtet, will auch die Tankstellenkette Esso ihre Kassen bis Ende März 2017 umrüsten.

Wie es aussieht, könnte Lidl mit seinem Vorstoß eine technologische Revolution innerhalb des Einzelhandels lostreten. Allerdings müssen auch die Banken nachziehen, damit das Konzept voll und ganz realisiert werden kann: Das kontaktlose Bezahlen funktioniert derzeit nur mit etwa 14 Millionen EC-Karten.

Entscheidend ist der Zugriff auf die Technologie nach NFC-Standard, wie er auch in Kreditkarten verwendet wird. Nach Angaben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung befinden sich in Deutschland mehr als 100 Millionen Girocards im Umlauf. Es kann also noch eine Zeit dauern, bis alle Bankkunden mit den neuen Karten ausgestattet sind.

Ob eure EC-Karte bereits „kontaktlos“ arbeitet, könnt ihr an einem kleinen Symbol erkennen, das so ähnlich aussieht, wie das Symbol für WLAN. Zu sehen sind vier gebogene Linien, die Funkwellen darstellen sollen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Business Insider Deutschland.
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Bild: Lidl

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