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Lidl drängt in den Kochboxen-Markt

Der Discounter Lidl rettete das Startup Kochzauber vor dem Aus. Nun testet die Supermarktkette das Kochboxen-Konzept des Unternehmens in Berliner Filialen.

Vor etwa eineinhalb Jahren übernahm der Discounter Lidl das Startup Kochzauber, das Boxen mit Zutaten und Rezepten an seine Kunden verschickt. Die Übernahme kam kurz nachdem das Berliner Jungunternehmen angekündigt hatte, sein Geschäft einstellen zu wollen. Nun bringt die Supermarktkette das Konzept in ihre eigenen Filialen, wie die Lebensmittelzeitung berichtet. 

Demnach testet Lidl seit diesem Monat in 20 Läden in Berlin den Verkauf sogenannter Kochtüten. Das Konzept ist dasselbe: Die Kunden können Packungen mit frischen und abgepackten Lebensmitteln sowie den passenden Rezepten kaufen. Allerdings werden diese in Tüten vertrieben – und nicht in Kartons, wie sie etwa von Wettbewerber HelloFresh oder von Kochzauber für den eigenen Onlinehandel genutzt werden.

Die Tüten sind unter anderem in den Kühlregalen der Filialen zu finden und kosten pro Stück rund zehn Euro. Kochzauber könne durch diesen Schritt mit mehr Verkaufsvolumen rechnen, Lidl ein weiteres Angebot im Bereich Convenience bieten, schreibt die Lebensmittelzeitung. Zu der Frage warum die Supermarktkette erst jetzt – anderthalb Jahre nach dem Kauf – mit dieser Kooperation startet, äußerte sich Lidl bislang auf Nachfrage von Gründerszene nicht.

Im Kochboxen-Markt gibt es viel Konkurrenz, vor allem durch Onlineversand. In Deutschland ist beispielsweise das mit mehr als 360 Millionen US-Dollar finanzierte HelloFresh aktiv, welches der Mehrheitseigner Rocket Internet womöglich bald an die Börse bringen will. Doch auch HelloFresh wagte bereits einen Schritt ins Offline-Geschäft: In England arbeitet das Startup mit der Supermarktkette Sainsbury’s zusammen, um seine Boxen auch in den Einzelhandel zu bringen.

Das Berliner Startup Marley Spoon will sich ebenfalls einen Platz im Kochboxen-Markt sichern, ist allerdings im Vergleich zu HelloFresh, das 2016 etwa 600 Millionen Euro umsetzte, deutlich kleiner. Marley Spoon verzeichnete ein schlechtes Jahresergebnis und machte mit minus 24 Millionen Euro mehr Verlust als Umsatz (20 Millionen). Sogar der Internetriese Amazon soll über einen Einstieg in den Kochboxen-Versand nachdenken. 

Bild: Kochzauber

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