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Teuerstes Rinderfilet? Ein Startup liefert es per Post

Manuel Ostner (links), Nicolaus Stark und Restaurant-Besitzer Matthias Kreutzer

Das Spin-off eines bayerischen Restaurants verspricht, hochwertiges Fleisch zu versenden. Das kostet. Um Kunden wird daher vor allem im stationären Handel geworben.

Matthias Kreutzer, gelernter Metzger, führt seit mehr als 20 Jahren ein recht hochpreisiges Restaurant in Regensburg. Auf der Karte finden Besucher vor allem eins: Fleisch. Ein Rinderfilet aus Nebraska kostet hier 44 Euro. Andere Sorten kommen aus Irland, Australien, Neuseeland. „Solches Fleisch findet man hier in der Gegend nicht im Supermarkt. Online wurden enorm hohe Preise dafür abgerufen. Also haben wir uns entschieden, einen eigenen Shop zu gründen, in dem man Fleisch in Gastronomie-Qualität und haushaltsüblichen Mengen bekommt“, erklärt Manuel Ostner. Gemeinsam mit Restaurant-Besitzer Kreutzer und Nicolaus Stark startete er 2014 den Fleisch-Versand Kreutzers.eu.

Dass Restaurant und Onlineshop den gleichen Namen tragen, habe Image-Gründe, sagt Ostner. Es handle sich um zwei operativ unabhängige Unternehmen. Matthias Kreutzer sei zwar Mitgründer des Shops, aber nur beim Regensburger Restaurant als Geschäftsführer eingetragen. Ostner und Stark leiten den Onlineshop. Allein das Kühlhaus des Restaurants teilen sich beide Kreutzers-Firmen.

Tiefgekühlt werde das Fleisch zu keinem Zeitpunkt, versichert Ostner. Frische Ware werde entweder aus verschiedenen Ländern importiert oder am Bodensee selbst geschlachtet. Kühllogistiker lieferten das Fleisch dann direkt zum Partner-Metzger, wo es geschnitten und vakuumiert werde. Im Kreutzers-Kühlhaus lagere es anschließend bis zum Eingang der Bestellung. Um die Kühlkette einzuhalten werde das vakuumierte Fleisch in einer isolierenden Thermobox mit Kühlpads und einem Versandkarton verschickt. Ostner erklärt, dass das Paket so bis zu 48 Stunden kühl bleibe – bei bis zu 30 Grad Außentemperatur.

Wer bis 14 Uhr einen mit „sofort verfügbar“ gekennzeichneten Artikel bestellt, so verspricht es Kreutzers, erhält die Lieferung innerhalb eines Zeitfensters am Vormittag des Folgetages. Billig ist das nicht: Die Versandkosten belaufen sich in Deutschland auf zehn bis 22 Euro. Noch teurer ist der Versand für österreichische Kunden. Ostner sagt, ein durchschnittlicher Warenkorb sei 87 Euro groß. Zum Vergleich: Ein Kilo Deutsches Wagyu-Rinderfilet kostet auf Kreutzers bis zu 200 Euro, ein Kilo kanadisches Steak-Cut-Roastbeef zwischen 70 und 80 Euro. Die Seite spricht offenbar vor allem Besserverdiener an. Mitgründer Ostner bestätigt das.

Aus Grill-Käufern sollen Neukunden werden

Im ersten vollständigen Geschäftsjahr machte Kreutzers eigenen Angaben zufolge einen Umsatz von ungefähr 860.000 Euro und einen Bilanzgewinn von 16.000 Euro. Insgesamt gibt es laut Ostner knapp 5.700 Stammkunden.

In Sachen Marketing setzt Kreutzers vor allem auf Offline-Aktionen: Es gebe exklusive Vertriebsverträge mit den Herstellern von Grill- und Küchengeräten, so Ostner. „Mit MediaMarktSaturn haben wir zum Beispiel eine Kooperation aufgebaut. Wir vermitteln dem Unternehmen neue Geräte, etwa von Grillherstellern. Media Markt und Saturn verkaufen die Geräte dann zu marktüblichen Preisen, Kreutzers-Gutscheine liegen bei. Von den Geräteherstellern erhalten wir dafür Provisionen zwischen fünf und zwölf Prozent. Und wir gewinnen Neukunden,“ erklärt Ostner.

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Bei den Aktionen erwirtschafte Kreutzers einen positiven Ertrag. Zudem könne man sich so von den Mitbewerbern absetzen, wie Ostner sagt. Zu diesen Mitbewerbern zählen insbesondere die Platzhirsche der Branche: Otto Gourmet und Gourmetfleisch.de. Steaks und Filets gibt es zudem etwa bei Gourmondo oder im Rewe-Onlineshop. Und: Nicht zuletzt könnte schon bald auch Amazon Fresh mit seinem Lebensmittel-Versand dem Regensburger Startup Konkurrenz machen.

Bild: Kreutzers

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