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Beschert diese Saftpresse ihren Investoren eine Millionenpleite?

Die Maschine von Juicero

Viel Spott gab es für gehypte Startup Juicero: Denn Kunden sollen auf die teure Saftpresse verzichten können, wenn sie ihre Hände benutzen. Nun äußerte sich der Chef.

Juicero ist eines der erfolgreichsten US-amerikanischen Food-Startups, zumindest was das Funding angeht. Rund 120 Millionen US-Dollar haben Investoren in das Unternehmen gesteckt, darunter so namhafte Geldgeber wie der Venture-Arm von Google, und die . Sie alle glauben an die High-Tech-Saftpresse, die Juicero entwickelt hat und die aus eigens verkauften Beuteln mit vorgeschnittenem Obst, Salat, Kräutern und Gemüse gesunde Säfte pressen soll. Zielgruppe sind Privatpersonen, aber auch Mitarbeiter in Büros. 

Der Gedanke dahinter: Die Presse allein kostet 400 Dollar, und für die Beutel zahlen Kunden dann nochmal extra – und zwar dauerhaft. Doch was, wenn man die Saftbeutel auch ohne teure Presse ausquetschen kann, beispielsweise mit der bloßen Hand? Das haben nun zwei Investoren herausgefunden, wie das Wirtschaftsmagazin Bloomberg berichtet – in einem Versuch lässt sich das einfach zeigen (siehe Video).

Zwar kann die smarte Saftpresse zusätzlich noch das Mindesthaltbarkeitsdatum des Beutels erkennen, doch das kann der Kunde theoretisch auch: Es steht groß auf der Verpackung. Auch diese Funktion ist also offenbar unnötig.

Falls die Presse gegenüber der Körperkraft der Kunden keinen Zusatznutzen bringt, dürfte das Geschäftsmodell der Firma ernsthaft infrage gestellt sein – ein Schock für Investoren und auch für den CEO von Juicero, Jeff Dunn. Wie bedroht er sein Unternehmen sieht, wird in diesem Text klar, den er auf Medium.com gestellt hat. Ein bisschen verzweifelt klingt er, als er schreibt, dass die Saftpresse gegenüber den bloßen Händen drei entscheidende Vorteile böte:

  1. Durch sie könnten Produkte bei einer Rückrufaktion des Herstellers schneller aus dem Verkehr gezogen werden.
  2. Nährstoffe und Geschmack würden bestmöglich gefördert.
  3. Die Firma könne durch die Presse schnell ermitteln, welche Produkte nachproduziert werden müssten.

Ob das reicht, um Kunden vom Kauf zu überzeugen? Dunn scheint selbst nicht völlig überzeugt zu sein, da er weiter anführt: Wenn man die Beutel mit den Händen ausdrücke, erhalte man eine mittelmäßige und mitunter vielleicht auch schmutzige Erfahrung, die man nicht jeden Tag haben wolle. Gleichzeitig bietet er den Kunden an, dass sie die Presse in den nächsten 30 Tagen zurückgeben können – und er den vollen Kaufpreis zurückerstattet.

Bild: Juicero

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