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Dieser Honig kommt im Briefumschlag

In diesen Beuteln erhalten Kunden über die Plattform Nearbees' Honig.

Nearbees ist eine Plattform, über die man Honig vom Imker aus der Nachbarschaft bestellen kann. Und der verschickt ihn dann im Briefumschlag.

Der Großvater von Viktoria Schmidt hat früher Bienen gehalten. Als er damit aufhörte, veränderte sich für die Enkelin etwas. Plötzlich habe es in seinem Garten kaum noch Kirschen und Zwetschgen gegeben – und das innerhalb kürzester Zeit, erinnert sie sich. In Deutschland gibt es über 500 Bienenarten, aber nur die Honigbiene ist „staatenbildend“, sagt Schmidt. Sie sorgten allein durch die schiere Masse an Bienen für eine breite Bestäubung der Pflanzen. „Fehlen Honigbienen, merkt man das sofort“, ist sich Schmidt sicher.

Heute kümmert sie sich selbst in ihrer Freizeit um fünf Bienenvölker. Und beruflich betreibt sie Nearbees – eine Plattform, auf der Kunden Honig von Imkern in ihrer Nähe bestellen können. Gemeinsam mit Michael Gelhaus gründete sie im vergangenen Jahr in München die Firma. Mittlerweile arbeiten laut der Gründerin fünf Menschen für das Startup.

Die Idee dazu kam Schmidt während ihres Studiums zur Produktdesignerin. In ihrer Masterarbeit entwickelte sie das Konzept der Webseite. „Ich wollte Hobby-Imkern helfen“, erzählt Schmidt. Sie würden zu viel Honig für den Eigenbedarf produzieren, aber nicht genug, um ihn in den Einzelhandel zu bringen. Auf Nearbees könnten sie den Honig auch in geringen Mengen verkaufen. Und die Kunden könnten dann etwas für die Artenvielfalt in ihrer Heimat tun: „Wenn Kunden Imker in der Nachbarschaft unterstützen, gibt es in der Gegend Bienen und damit auch blühende Pflanzen.“

Auf der Plattform haben sich inzwischen mehr als 1100 Imker angemeldet. Man kann dort sehen, wer von ihnen in unmittelbarer Nähe wohnt, was für Honig er anbietet und wie viel der kostet. Außerdem bekommt man dort weitere Informationen, wie der Honig genau schmeckt beispielsweise. Mit wenigen Klicks kann man ihn kaufen. Der Imker bringt ihn dann entweder persönlich vorbei oder verschickt ihn in einem speziellen Briefumschlag. Laut der Webseite ist der tropf- und auslaufsicher.

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Nearbees-Gründerin Viktoria Schmidt.

Ein weiteres Angebot der Plattform: Firmenkunden können dort Honig für die Belegschaft bestellen oder eine Patenschaft für ein Bienenvolk übernehmen. Den Preis für ihren Honig legen die Imker selbst fest. Nearbees verlangt 15 Prozent Provision. In diesem Jahr rechne das Startup mit 100.000 Euro Umsatz, sagt Schmidt.

Kurz nach der Gründung erhielt das Unternehmen Seedkapital, vor wenigen Monaten konnte es einen neuen Gesellschafter gewinnen. Die Höhe der Investments möchte die Gründerin aber nicht verraten.

Für die Weihnachtszeit hat Schmidt große Pläne: Sie will ein Abo-Modell für Honig anbieten – und die Kunden zu regelmäßigen Abnehmern machen. Außerdem sollen sich die Imker über die Plattform besser vernetzen können, um ihren Honig gemeinsam dem Einzelhandel anzubieten. „Im Winter wollen wir das Modell zuerst mit Imkern aus Bayern testen“, so die Gründerin.

Bild: Nearbees

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