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HelloFresh steigert Umsatz durch immense Marketingausgaben

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Der von Rocket Internet finanzierte Kochboxen-Versender kann seinen Umsatz deutlich steigern, muss aber dafür noch mehr Millionen in Marketing investieren.

Der Berliner Kochboxen-Versender HelloFresh hat aktuelle Zahlen für die ersten Monate dieses Jahres vorgelegt. Dem Unternehmen zufolge stieg der Umsatz im zweiten Quartal 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 53 Prozent auf 230 Millionen Euro. 2016 waren es im zweiten Quartal 150 Millionen Euro.

Im gesamten ersten Halbjahr 2017 belief sich der Umsatz demnach auf rund 435 Millionen Euro, der Verlust lag bei rund 53 Millionen Euro. Erstaunlich: In den ersten sechs Monaten dieses Jahres gab HelloFresh bereits rund 123 Millionen Euro für Marketing aus. Kritiker des Geschäftsmodells betonen immer wieder, dass HelloFresh ohne Marketing viele seiner Kunden verlieren würde.

Dass genau dieser Fall eintreten kann, hat sich gerade bei dem wichtigsten Wettbewerber von HelloFresh – dem US-Unternehmen Blue Apron – gezeigt. Blue Apron gab in seinen Quartalszahlen bekannt, dass es seine Marketingausgaben drastisch zurückgefahren hat: von knapp 61 Millionen auf 35 Millionen Dollar. So reduzierte das Unternehmen zwar seine Verluste, verlor aber auch gleich neun Prozent seiner Kunden.

Der wichtigste HelloFresh-Konkurrent schmiert ab

Generell entwickelt sich Blue Apron seit seinem Börsengang Ende Juni nicht positiv. Die Talfahrt dürfte auch für HelloFresh ein großes Problem sein, schließlich macht das Berliner Startup mittlerweile mehr als die Hälfte seines Umsatzes in den USA. An der Börse sank der Aktienpreis von Blue Apron vergangene Woche auf ein neues Tief von nur knapp fünf US-Dollar. Damit hat die Aktie, die bei einem Ausgabepreis von zehn US-Dollar gestartet war, fast die Hälfte an Wert verloren.

HelloFresh soll immer wieder einen Börsengang in Erwägung gezogen haben – bei diesen Nachrichten dürfte das aber derzeit kaum eine Option sein.

Im April hatte HelloFresh seine Geschäftszahlen für das gesamte Jahr 2016 verkündet. Der Kochboxen-Versender wuchs in dem Zeitraum insgesamt um 95,8 Prozent und verzeichnete einen Umsatz von 597 Millionen Euro. Zeitgleich lag der Verlust bei knapp 83 Millionen Euro. 2016 investierte das junge Unternehmen stolze 157 Millionen Euro ins Marketing.

Bild: HelloFresh / Mitarbeit: Christina Kyriasoglou

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