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3.500 Euro zum Start – und andere Zahlen zu Mymuesli

Mymuesli-Gründer Hubertus Bessau auf der Heureka 2017

Kaum fremdes Geld, hunderte Mitarbeiter: Der Müsli-Verkäufer Mymuesli gilt in der deutschen Startupszene als Vorbild. Sieben Fakten zur Geschichte.

Müsli verkaufen – das klingt wenig revolutionär. Besonders wenn man an die unzähligen Sorten denkt, die in Supermarktregalen stehen. Dennoch hat sich mit genau diesem Konzept ein Unternehmen aus Passau durchgesetzt, das heute in der Startupszene als Vorbild gilt. Vor zehn Jahren gründeten die Studenten Philipp Kraiss, Max Wittrock und Hubertus Bessau das Unternehmen Mymuesli. Mit Erfolg: Heute beschäftigen sie hunderte Mitarbeiter und verkaufen ihre Mischungen in sechs Ländern.

Auf der Heureka-Konferenz hat Mitgründer Hubertus Bessau über das Unternehmen gesprochen. Hier sind die sieben wichtigsten Zahlen:

3 Studenten

Vor zwölf Jahren hatten die drei Freunde die Idee, online Müsli zu verkaufen. Den Anstoß gab die nervige Radiowerbung eines bekannten Müsli-Herstellers, die sie im Auto hörten. Zwar sorgte der nachfolgende Supermarktbesuch für Ernüchterung, weil es bereits viele Sorten gab. Doch die drei probierten es trotzdem. „Wir hatten überhaupt keine Ahnung von Lebensmitteln oder E-Commerce, es war also eine Herausforderung“, erzählt Bessau rückblickend.

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150 Befragte

Idee war es, auf online only zu setzen. Doch würden Kunden Müsli im Internet kaufen? Um das herauszufinden, führten die Gründer eine Umfrage unter 150 Freunden, Bekannten und Bloggern durch. Die ernüchternde Antwort: Nur, wenn es günstiger wäre. Eigentlich hätten sie damals aufgeben können, erzählt Bessau. Aber: „Wir mochten die Idee einfach sehr.“

3.500 Euro

So viel Geld hatten die drei Studenten zusammengespart, als sie begannen, ihre Idee umzusetzen, erzählt Bessau. Bis auf zwei Business Angels, Lukasz Gadowski und Kolja Hebenstreit, die die Gründer im Jahr 2013 wieder aus ihrem Startup heraus kauften, hatten sie bis vor anderthalb Jahren nie Investoren an Bord – und finanzierten sich mit Umsätzen, Bank-Krediten und Geld von Gründerwettbewerben. Im Januar des vergangenen Jahres stieg dann die Beteiligungsgesellschaft Genui ein.

13. April 2007

Vor zehn Jahren ging die Webseite von Mymuesli online. Anfangs gab es nur Müsli, das sich die Kunden selber zusammenstellen konnten. Mittlerweile bietet das Unternehmen, das 700 Mitarbeiter beschäftigt, auch bereits gemischte Packungen.

40 Bestellungen

Die ersten 40 Bestellungen kamen von Freunden und Bekannten, denen die drei Gründer zum Start Bescheid gesagt hatten. Innerhalb von zwei Wochen war der erste Mymuesli-Vorrat aufgebraucht. Das merkten die Passauer jedoch erst zwei Wochen später. Während dieser Zeit hatten sie weitere Bestellungen aufgenommen – die Kunden mussten bis zu sechs Wochen auf ihr Müsli warten.

400 Euro

„Wir hatten [am Anfang] nicht vor, offline zu verkaufen“, sagt Bessau. Dennoch entschieden sich die Unternehmer 2009 dazu, den Verkauf des Müslis auf analogem Weg zu probieren. Den ersten Laden eröffneten sie in Passau, zu Beginn diente er den Mitarbeitern als Treffpunkt. Im Monat zahlten sie für den kleinen Laden Bessau zufolge 400 Euro Miete – und merkten nach einem Jahr, dass sich die Filiale allein trug. Der zweite Laden folgte kurze Zeit später in München.

50 Läden

Mittlerweile hat das Team 50 Standorte in Deutschland, Österreich und der Schweiz und verkauft sein Sortiment auch in Supermärkten. Gründer Bessau erzählt, bereits in den ersten Jahren hätten Supermärkte das Unternehmen gefragt, ob sie das Müsli in ihr Sortiment aufnehmen könnten. Doch: „Wir haben immer abgelehnt.“ Nachdem die eigenen Läden Erfolg zeigten, starteten sie den Verkauf in Supermärkten.

Bild: Miroslav Dakov

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