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Essen aus dem Drucker

Wird unser Essen bald nur noch wie dieser Einstein-Marzipan gedruckt?

Wie sieht die Essens-Industrie der Zukunft aus? Hier sind vier Trends, die vielleicht bald täglich auf unseren Tellern landen – beispielsweise gegrillte Insekten.

Unser Essen verändert sich. Digitalisierung und technische Innovationen krempeln auch die Lebensmittelbranche stetig um. Unsere Nahrungsmittel werden vertikaler angebaut, flüssiger verabreicht und realistischer gedruckt. Vier Innovationen, die bald ganz groß werden könnten.

Food-Printing: Einstein zum Essen

„Tea, Earl Grey, hot”, so bestellte Captain Jean-Luc Picard im legendären Raumschiff Enterprise üblicherweise sein Getränk. In wenigen Sekunden materialisierte sich der Tee dann vor ihm. Ganz so weit ist die Lebensmittelbranche heute noch nicht. Doch dank 3D-Druckern können Nahrungsmittel schon jetzt vor Ort entstehen – auch wenn es mehr als nur ein paar Sekunden dauert. Das Startup Print2Taste aus dem bayerischen Freising entwickelt beispielsweise einen 3D-Printer, der Schokolade, Marzipan, Kartoffelbrei oder Pasta als Skulpturen druckt. Firmenlogos lassen sich in wenigen Minuten herstellen. Für Marzipan-Figuren auf einer Hochzeitstorte braucht der Drucker bis zu sieben Stunden. Wer echte, millimetergenaue Gesichtszüge haben will, zahlt dafür rund 150 Euro. Den ganzen Drucker samt Lebensmittelpaste gibt es für 2.500 Euro. 2016 hat Print2Taste 150 Stück davon verkauft.

Derzeit entwickelt das Startup einen Drucker, der auch zwei verschiedene Ausgangsstoffe zugleich druckt. So könnten beispielsweise Marzipan-Figuren mit Schoko-Augen entstehen. „Wichtig ist dabei, dass das Lebensmittel flüssig genug ist, um durch die Düse zu passen und doch an der Luft schnell genug aushärtet”, sagt Melanie Senger, Sprecherin des Unternehmens. Ein Problem sei jedoch die Konsistenz des Nahrungsmittels. „Wenn beim Marzipan beispielsweise der Anteil der Mandelschalen steigt, hat das 3D-Selfie plötzlich Knubbel im Gesicht.“ Ob eines Tages die gesamte Lebensmittelindustrie auf private Essensdüsen zusammenschrumpft und auch das abendliche Steak aus der Druckerdüse kommt, ist fraglich. Geforscht wird daran derzeit unter anderem schon in Barcelona, New York und eben Freising.

Vertical Farming: Bauernhof der Lüfte

Platz ist Mangelware, vor allem in Städten. Deswegen soll Nahrung künftig auch in Hochhäusern – sogenannten Farmscrapers – angebaut werden. Durch die Nähe zum Konsumenten würden Transportkosten und Treibhausgase gespart. Kritiker monieren, dass die aufwendigen und energiehungrigen Gebäude ökologisch nicht verträglicher seien als gewöhnliche Landwirtschaft.

Liquid Food: Essen aus der Flasche

Die Flüssignahrung-Bewegung hält Essen für ein notwendiges Übel. Um Nahrung schneller zu konsumieren, bieten Unternehmen wie Soylent, Mana und Huel in Wasser lösliche Pulver an. Sie sollen den kompletten Essensbedarf decken. Entwickelt wurde dieses sogenannte Liquid Food nach dem Vorbild von Astronautennahrung.

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Insekten: das neue Fleisch

Viele Proteine, Vitamine und Spurenelemente, dabei arm an Fett, Cholesterin und Kohlenhydraten: Insekten könnten der alternative Fleischlieferant der Zukunft werden, wenn immer mehr Menschen den Planeten bevölkern. Weil bei ihrer Produktion zudem viel weniger Ressourcen verbraucht werden und nicht so viele Treibhausgase entstehen, soll die Insekten-Zucht nebenbei auch noch das Klima retten. Zwei Milliarden Menschen verzehren weltweit bereits heute regelmäßig Insekten.

Dieser Text erschien zuerst im neuen NGIN Food-Heft. Hier geht es zum Magazin!

Bild: Print2Taste

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