Flowtify-App: Vom Nachtclub in die Küche

Die Management-App Flowtify aus Köln hilft Gastronomen dabei, Hygiene-Checks zu dokumentieren. Vor Kurzem konnte das Startup dafür ein Investment einsammeln.

Zehn Jahre lang kochte Daniel Vollmer Kaffee und mischte Drinks. Der Kölner führte jahrelange ein Café und einen Nachtclub in der Dom-Stadt. In seinem Alltag gab es jedoch etwas, das ihn nervte: Papier. 

Den Überblick über Reinigungsabläufe und Einkäufe versuchte Vollmer mit ausgedruckten Listen zu behalten. Auf Papier hielt er beispielsweise fest, welches Gerät wann gereinigt wurde. Doch ideal war das nicht, erinnert er sich. „Mal vergisst du das Ausdrucken der Listen, mal verschwinden sie oder es läuft Kaffee drüber“, erzählt er. Bis ihm schließlich die Idee kam, eine App zu bauen, um die Dokumentation zu digitalisieren.

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„In meinem Lokal hatte ich dann irgendwann mit 20 Mitarbeitern nicht mehr den Überblick über Dinge wie Hygiene-Checklisten“, sagt Vollmer über die Idee zu Flowtify. Die App soll Gastronomen erleichtern, Hygiene-Standards einzuhalten. Neben der Dokumentation dieser können Nutzer über die App auf die Dokumentation in verschiedenen Filialen zugreifen, Gebrauchsanweisungen oder Schulungsunterlagen hochladen.

Ein befreundeter Entwickler bastelte einen Prototyp für ihn – wollte sich dem Gründer jedoch nicht anschließen. „Er hat sich entschieden, seine gut bezahlte Festanstellung als Chefentwickler bei einer Onlineapotheke zu behalten und sich nicht auf das ungewisse Abenteuer Startup einzulassen“, sagt Vollmer. Über Freunde traf er 2014 seine späteren Mitgründer Gabriel Schlatter und Parshin Mortazi.

Gemeinsam nahmen sie mit dem Flowtify-Konzept im Oktober vergangenen Jahres drei Monate lang am Accelerator des Konzerns Metro Group teil. „Zu Beginn haben wir uns nur vorgenommen, gemeinsam den Accelerator zu absolvieren und zu schauen, wie es anläuft“, erzählt der Gründer. „Hätte das Konzept nicht funktioniert, wären wir alle wieder unsere eigenen Wege gegangen.“ Von dem Programm erhielten sie 120.000 Euro.

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Die App von Flowtify

Nach der Teilnahme führte Vollmer die App in einigen Filialen der Metro-Tochter Real sowie einigen Filialen des Großhandels Metro Cash & Carry ein, sagt er. Wie viele das sind, will er nicht kommentieren. Auch in Restaurants des Leipziger Flughafens sei Flowtify vertreten. Zu Downloadzahlen oder der Kundenzahl hält sich der Gründer auch bedeckt.

Im November bekam das Team ein sechsstelliges Investment vom Bonner Investor Hightech-Gründerfonds. Genau will Vollmer die Summe nicht beziffern. Das Startup finanziere sich derzeit durch dieses Investment und werde zudem zwei weitere Entwickler einstellen, erzählt er. Von der Runde abgesehen, finanziert sich das Kölner Unternehmen über eine monatliche Gebühr in einer Höhe von fast 30 Euro, die Nutzer zahlen müssen.

Bei der reinen Dokumentation soll es nicht bleiben, langfristig will sich das Trio mit dem Geschäftsmodell Richtung Sensorentechnologie und Internet der Dinge bewegen: „In Zukunft wollen wir auch Geräte wie Spülmaschinen oder Backöfen einbinden“, sagt der Geschäftsführer. Damit könnten die Daten der Geräte – wie Temperaturen oder Wartungsdaten – direkt in die App übertragen werden.

Bilder: Collage/Flowtify

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