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Flaschenpost aus Münster überzeugt namhafte Szene-Köpfe

Flaschenpost-Gründer Dieter Büchl (links) und Martha Eggert, zuständig fürs Business Development

Das Münsteraner Startup Flaschenpost sammelt von seinen Investoren neues Geld ein – und stellt sich damit gegen Wettbewerber auf, die es schon vor Gericht zerrten.

Eigentlich hört sich das Konzept von Flaschenpost simpel an. Das Startup liefert Getränke aus. Allerdings verspricht das Unternehmen, innerhalb von 90 Minuten beim Kunden zu sein. In seiner Heimatstadt Münster wird das junge Unternehmen deshalb gehypt. Auch Investoren sind von dem Konzept überzeugt.

Wie nun bekannt wurde, bekam das Startup bereits im Dezember 2016 Geld von den Risikokapitalgebern Cherry Ventures und Vorwerk Ventures. Das berichtete die Lebensmittelzeitung zuerst. Die genaue Summe möchte Gründer Dieter Büchl, der noch immer 42 Prozent der Anteile hält, auf Nachfrage von Gründerszene nicht preisgeben.

Neben den beiden VCs haben sich auch Business Angels an dem Startup beteiligt, so etwa die Mitglieder der Business-Angel-Gruppe Saarbruecker21. Das ist ein Zusammenschluss von bekannten Gründern, die sich bei Rocket Internet kennenlernten und nun gemeinsam oder einzeln investieren. An Flaschenpost beteiligt sind so unter anderem Philipp Kreibohm von Home24, David Khalil und Lukas Brosseder von Edarling und Robert Maier von Ladenzeile.

Bereits vor einem Jahr sammelte Flaschenpost eine Finanzierungsrunde ein, auch hier ist die genaue Summe nicht bekannt. Damals investierte neben Cherry Ventures auch Discovery Ventures, hinter der die beiden SumUp-Gründer Jan Deepen und Stefan Jeschonnek stehen.

Die Expansion kommt

Allein in Münster beschäftigt Flaschenpost nach eigenen Angaben 500 Fahrer und hat 65 Lieferwagen. 20 weitere Wagen werden nun angeschafft, sagt Büchl. Mit dem frischen Kapital will der Gründer, der das Unternehmen 2016 startete, auch die Expansion in weitere Städte vorbereiten.

Bisher ist Flaschenpost nur in der westfälischen Studentenstadt aktiv. Dabei hieß es vom Gründer bereits vor einem Jahr, dass das Startup eine Ausbreitung auf andere Städte plane. Passiert ist das jedoch bislang nicht. „Wir werden demnächst in weitere Städte gehen“, beharrt Büchl trotzdem und betont, dass im Sommer der erste Standort eröffnet werde. Man wolle erst einmal sicher stellen, dass alles gut läuft. „Genau möchte ich das aber noch nicht sagen, weil wir derzeit mit unserem Konzept für sehr viel Furore in der Branche sorgen. Denn unsere Expansion wird zu Lasten der lokalen Wettbewerber gehen.“ Außer Getränkemärkten ist das zum Beispiel das Startup Trinkkiste.de.

Ärger mit den Wettbewerbern

Neben der direkten Lieferung, entfallenden Lieferkosten und der Mitnahme von Leergut hatte Flaschenpost bis Kurzem auch mit einem sonntäglichen Lieferservice geworben. Doch das ist nun vorbei. Im Herbst setzten lokale Getränkemärkte das Unternehmen unter Druck und gingen vor Gericht. Die Begründung: Mit seinen Auslieferungen am Sonntag verstoße das Startup gegen das Arbeitszeitgesetz. Während sich Büchl in einem Gründerszene-Interview im September 2016 noch optimistisch gab und darauf bestand, dass Flaschenpost wie ein „Pizza-Lieferdienst“ sei, folgte Wochen später die Ernüchterung. Das Gericht entschied, dass Flaschenpost sonntags nicht mehr ausliefern darf.

„Wir haben uns entschieden die Sache nicht in weitere Instanzen zu treiben“, sagt Büchl nun. Er gibt sich wieder selbstsicher. „Tatsächlich hat sich gezeigt, dass wir durch den fehlenden Sonntag keinen einzigen Euro Umsatz eingebüßt haben. Der Umsatz verteilt sich also auf die anderen sechs Tage – und führt damit direkt zu einer besseren Auslastung.“

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Bild: Flaschenpost

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