Foodora-Gründer: „In unserer Studentenküche rechneten wir nicht mit einem Börsengang“

Das Essensliefer-Startup Foodora soll weiter wachsen. Im Interview erklärt Mitgründer Emanuel Pallua, wie das trotz des immensen Kapitalbedarfs gelingen soll.

Foodora dürfte eines der bekanntesten deutschen Startups sein. Die Kuriere in Pink radeln mittlerweile durch 30 Städte in der Bundesrepublik – und das Wachstum des Essenslieferdiensts wird vom Mutterunternehmen Delivery Hero stark angefacht.

Dadurch verbrennt Foodora enorme Summen Kapital: Vergangenes Geschäftsjahr lag der Umsatz bei 45 Millionen und der Verlust bei 58 Millionen Euro. Im Interview spricht Mitgründer und COO Emanuel Pallua über den Kapitalverbrauch, den expandierenden Wettbewerber Deliveroo und die knappe Gewinnmarge.

Emanuel, Euer Wettbewerber Deliveroo hat gerade angekündigt, in neun weitere deutsche Städte zu expandieren. Wie beurteilst Du diesen Schritt?

Es zeigt, dass unser Markt gut wächst. Wir sind mittlerweile in 30 deutschen Städten und jede Stadt ist für uns ein gutes Geschäft. Das Angebot wird von Kunden und Restaurants gut angenommen, auch an Orten, wo wir am Anfang noch ein bisschen gezweifelt haben.

Wo habt Ihr nicht damit gerechnet?

In Hannover habe ich zum Beispiel nicht damit gerechnet, dass es so viele Restaurants gibt, die überraschend cool sind. (lacht) Jedenfalls: Wenn wir erfolgreich sind, zieht es auch andere Interessenten an. Das spricht für den Markt.

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Verhandelt Ihr mit Deliveroo darüber, Euch in bestimmten Märkten aus dem Weg zu gehen?

Nein.

Setzt Euch die Expansion der Konkurrenz unter Druck?

Wir konzentrieren uns auf unsere Dienstleistung. Insbesondere darauf, weiter den besten und zügigsten Service zu bieten. Für uns ist es wichtig, in den Städten ein gutes Restaurant-Portfolio aufzubauen, deswegen sind wir auch früh dorthin gegangen. Die Aufbauarbeit mit den Partnern macht man nicht von heute auf morgen.

Sind die Restaurants nachher nicht sowieso auf beiden Plattformen? In Berlin zumindest gibt es kaum Unterschiede.

Das wird sich zeigen.

Plant Ihr, in den Städten, in die Deliveroo nun expandiert, mehr Marketing zu machen?

Ich mache das nicht von Deliveroo abhängig. Im Sommer investieren wir weniger in Marketing, da gehen die Leute lieber ins Restaurant und setzen sich auf die Terrasse. Im Herbst und Winter ist dann bei uns wieder mehr los und wir schalten Werbung für das Kundenwachstum.

Wo funktioniert Euer Geschäft bisher am besten?

In Ballungszentren, denn unsere Lieferkreise betragen etwa zwei Kilometer. Wenn dann nicht mehr genug Restaurants in dem Bereich sind, funktioniert das Geschäft nicht. In Brandenburg zum Beispiel sehe ich erst einmal keine Chance, unseren Service anzubieten.

Wollt Ihr weiter expandieren?

Wir sind bereits in einige kleinere Städte gegangen. Da müssen wir nun sehen, wie klein die Städte werden können, damit sich unser Geschäft noch lohnt. Aber für Deutschland sind aktuell 30 Orte gar nicht schlecht. Im Ausland schauen wir uns auch weitere Städte an, es gibt aber kein explizites Ziel. Wir machen es davon abhängig, wie gut sich der zuletzt gestartete Markt entwickelt.

Legt Ihr Euren Fokus auf Wachstum? Kannst Du schon sagen, wann Ihr den Break-Even erreichen werdet?

Wir setzen ganz klar auf Wachstum, weil noch so viel mehr geht. Gleichzeitig achten wir aber auch positive Deckungsbeiträge (Anm.d.Red.: Erlöse abzüglich der variablen Kosten).

Delivery Hero ist Euer Mutter-Unternehmen und vor Kurzem an die Börse gegangen. Was bedeutet das für Foodora?

Für mich als Gründer ist es natürlich großartig, das zu sehen. Als wir in unserer Studentenküche angefangen haben, malten wir uns sicherlich nicht aus, dass wir wenig später in einer Unternehmensgruppe an die Börse gehen. Aus der Sicht ist es supercool, aber auch für die Firma ist es spannend und eine neue Herausforderung, so in der Öffentlichkeit zu stehen.

Wie viel Geld aus dem IPO bekommt Foodora?

Wir arbeiten immer gemäß unseres Businessplans und auf dieser Basis werden die Investitionsentscheidungen getroffen.

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