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So entstand der Hype um die Einhorn-Schokolade von Ritter Sport

Ritter-Sport-Opt

Der traditionelle Schokoladenhersteller Ritter Sport bringt eine pinke Schokolade auf den Markt – und alle flippen aus. Doch das ist kein Zufall.

Nur wenige Stunden war die neue Schokolade auf dem Markt, dann war sie restlos ausverkauft. Mit der pinken Einhorn-Schokolade für 1,99 Euro hat Ritter Sport einen Coup gelandet, den sich wohl jedes Lebensmittelunternehmen wünscht. Um 10:05 Uhr am gestrigen Dienstag verkündete der Schokoladenhersteller den Verkaufsstart der Sonder-Edition mit geheimer Stückzahl auf Facebook.

Nur rund 40 Minuten später musste sich Ritter Sport bei seinen Fans entschuldigen: „Hallo zusammen, wir haben zwar mit großer Begeisterung gerechnet, aber das haben wir dann doch nicht erwartet: durch den großen Ansturm ist unser Webshop zur Zeit leider nicht erreichbar.“ Stunden später war der Online-Shop leergeräumt. Auch im Berliner Ritter-Sport-Geschäft ist die Schokolade, die ansonsten nur im Fabrikverkauf zu haben ist, seit Kurzem ausverkauft.

Alles Kalkül? Oder war Ritter Sport tatsächlich nicht vorbereitet? Schließlich war ein Hype um diese Einhorn-Schokolade vorhersehbar.

„Regenbogen-Aroma mit Glitzerpups“

Die Idee für die neue Sorte kam nämlich nicht von Ritter Sport, sondern von den Kunden. Auf der Crowdsourcing-Plattform Sortenkreation.de, auf der Kunden Wunschsorten entwickeln können, waren in der Vergangenheit immer wieder Vorschläge für eine Einhorn-Schokolade eingegangen. So war auch die Schokolade „Äffle & Pferdle – Hafer + Banane“ entstanden, die Ritter Sport im April dieses Jahres einen Verkaufshit bescherte.

Zudem kursiert seit Monaten eine Fake-Ritter-Sport mit dem Namen „Einhorn-Glitter“ im Netz. Ihre Beschreibung: „Regenbogen-Aroma mit Glitzerpups“. Ritter Sport folgte mit seiner Schokolade also dem Wunsch seiner Fangemeinde. Im Onlineshop hieß es: „Gönnt euch ein Stück vom Glück und genießt die limitierte Einhorn-Edition. Unbestätigten Gerüchten zufolge neutralisiert sie negative Gedanken und bringt die Welt zum glitzern…“

Hilfe von einer Viral-Agentur

Den Hype kreierte der Schokoladenhersteller zusammen mit der Hamburger Social-Media-Agentur Elbkind. Sie analysierte das Marktpotential und die Zielgruppe für die Einhorn-Schokolade und entwickelte die Verpackung mit. Hauptsächlich war die Agentur jedoch für die Vermarktung verantwortlich. So entstand der Hashtag #glittersport, der auch auf der Verpackung zu finden ist. Elbkind schickte die Einhorn-Schokolade an ausgewählte Blogger und verkündete den Verkauf auf Einhorn-Fanseiten auf Facebook.

Nichts wurde hier dem Zufall überlassen. Denn Ritter Sport will als Traditionsunternehmen aus Baden-Württemberg Trendgespür beweisen – und neue Zielgruppen erreichen. „Mit der Einführung der neuen Limited Edition ,Einhorn‘ stellen wir zum einen die Innovationskraft von Ritter Sport als auch unsere Vorreiterrolle in Sachen Trend in den Vordergrund“, sagt Produktmanagerin Meike Heitker. „Zum anderen schaffen wir eine große Reichweite sowie Viralität, welche die Markenfaszination vergrößert.“

Wucherpreise auf Ebay

Doch mit seinem Viral-Hit machte sich Ritter Sport nicht nur Freunde. Schon über den nicht erreichbaren Onlineshop waren einige Kunden verärgert. Und nun gibt es neuen Zündstoff: Auf Ebay wird die Einhorn-Schokolade mittlerweile für das Zehnfache gehandelt. Auf seiner Facebook-Seite entschuldigt sich das Unternehmen bereits für diese Entwicklung: „Die Preise, für die einige Tafeln auf eBay und anderen Plattformen angeboten werden, sind auch aus unserer Sicht nicht okay. Leider haben wir aber keinen Einfluss darauf.“

In dem neuesten Facebook-Post versucht das Unternehmen nun offenbar seine Kunden zu beruhigen: „Weil sooooo viele von euch gerne noch eine Tafel hätten, werden wir prüfen, ob eine Nachproduktion möglich ist“. Aus der Zauber?

Bild: Ritter Sport

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