Dieses Startup lässt Privatkunden im Großhandel einkaufen

Dieser Gründer will Privatkunden Zugang zum Großhandel gewähren. Dafür erhält sein Startup nun ein Millioneninvestment – und wächst im zweistelligen Bereich.

Den Großhandel zeichnen vor allem zwei Dinge aus: Es gibt dort etliche Waren in großen Packungen zu kaufen – in der Regel zu einem vergleichsweise geringen Preis. Und: Hier dürfen nur Geschäftskunden rein, die diese Produkte beispielsweise für ihren Betrieb brauchen. Sie müssen sich dafür im Vorfeld registrieren und eine entsprechende Kundennummer vorlegen. Der Endkunde hat hier nichts zu suchen.

Hier setzt das österreichische Startup Yipbee an. Es bietet eine Plattform, auf der sich auch Privatkunden Großhandels-Produkte bestellen können: in erster Linie Lebensmittel aller Art, aber auch Haushaltsartikel. Dafür arbeitet das Unternehmen mit Metro zusammen. 

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„Wir sind ein Wiederverkäufer, der die Sachen von der Metro zu einem vergünstigten Preis einkauft und zu einem ähnlichen Regalpreis wie andere Händler weiterverkauft“, so Umut Kivrak, Gründer des Startups. Die Höhe der Marge wollte er nicht kommentieren. 

Falls ein Kunde eine Bestellung abschickt, landet die auf dem Smartphone eines der Einkäufer des Startups. Und der macht sich dann auf den Weg zu Metro, besorgt dort die Ware und verschickt sie. In Wien, wo der Firmensitz des Startups ist, liefert Yipbee nach eigenen Angaben auch selbst aus. 

Großhandel für Privatkunden

„Unser Fokus liegt auf den Endkunden, denen wollen wir den Zugang zum Großhandel ermöglichen“, so der Gründer, der 20 Mitarbeiter beschäftigt. Für Metro erschließe man dadurch eine neue Zielgruppe. Und ein eigenes Lager brauche man durch die Kooperation nicht. 

Laut dem Gründer sind rund 80 Prozent der Kunden Privatleute, nur 20 Prozent besitzen ein eigenes Unternehmen. Letztere könnten zwar auch online über den Bestellservice der Metro einkaufen, doch da müssen sie sich zuvor registrieren. Möglicherweise für manche eine Hürde, die sie nicht nehmen wollen.

Die Kunden von Yipbee sitzen vor allem in Österreich und Deutschland, aktuell würden 15.000 Haushalte von dem im Sommer 2014 gestarteten Unternehmen beliefert. Den Umsatz will der Gründer nicht verraten, nur so viel sagt er: „Wir hatten im März ein positives Geschäftsergebnis und wachsen jeden Monat um 15 bis 20 Prozent.“

Wachstum in zwei weitere Länder

Das Konzept überzeugte Geldgeber. Der Gründer hat ein siebenstelliges Series-A-Investment eingesammelt, von einer Investorengruppe aus dem osteuropäischen Raum. Insgesamt seien damit fünf Parteien an der Firma beteiligt, so Kivrak. Mit dem frischen Geld sei geplant, im Herbst zwei weitere Länder zu erschließen: Polen und Ungarn. 

Und auch das Portfolio will der Gründer ausbauen: „Unser Ziel ist, bald mehr als 50.000 Produkte auf der Seite zu haben – und man dann alles dort kaufen kann, von Sportsocken über frische Lebensmittel bis hin zu Autoreifen“, sagt er und spricht von seinem Startup als ein lokales Amazon. Dafür arbeitet er gerade an einem neuen Webshop, mit anderem Aufbau und Design.

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Bezahlen können die Kunden bei ihm übrigens in zwei Währungen: in Euro und in Bitcoins. „Wir haben relativ schnell gemerkt, dass es eine relative große Gruppe an Bitcoin-Besitzern gibt, die Währung nicht nur als Anlagemöglichkeit, sondern richtig als Zahlungsmittel nutzen wollen.“

Rund zehn Prozent der Kunden des Startups setzten demnach die Kryptowährung ein, um zu zahlen. Angst vor starken Kursschwankungen hat Kivrak nicht: „Wir nutzen Bitpay, ein System, bei dem die Bitcoins automatisch in Euro umgerechnet werden“, sagt er. Damit seien Kursverluste kaum spürbar. Nur die Transaktionsgebühren blieben. 

Bild: Yipbee

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