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Das DHDL-Startup, das 300.000 Euro von Frank Thelen einsackte

Benjamin (l.) und Konstantin Ladwein aus Trier liefern mit "fit taste" hochwertige Sportler- & Lifestyle-Mahlzeiten direkt nach Hause.Sie erhoffen sich ein Investment von 300.000 Euro für 12,5  Prozent ihres Unternehmens.

FitTaste will Fertiggerichte für Sportler gesünder und wohlschmeckender als die Konkurrenz anbieten. Bei „Die Höhle der Löwen“ konnten sie einen Investor überzeugen.

Weil sie keine Zeit fanden, nach der Arbeit zu kochen, gründeten die beiden Brüder Benjamin und Konstantin Ladwein gemeinsam FitTaste. Das junge Unternehmen verkauft über das Internet frische Fertiggerichte, die dank ihrer Zutaten vor allem Sportler ansprechen sollen. Werbegesicht des Startups ist Olympiasieger Fabian Hambüchen.

2014 wurde FitTaste in Luxemburg gegründet, inzwischen ist der Sitz in Trier. Nach eigenen Angaben wurden seit Gründung 500.000 Essen verkauft. So erwirtschafteten die Brüder im vergangenen Jahr knapp eine Million Euro Umsatz, 2017 sollen es 1,8 Millionen sein. Jetzt konnten die Ladweins auch Frank Thelen von sich überzeugen. Bei die „Die Höhle der Löwen“ sammelten sie für 25 Prozent ihres Unternehmens 300.000 Euro von dem TV-Juror ein.

Konstantin, Dein Produkt richtet sich an Sportler, aber auch ernährungsbewusste Menschen. Wollen die sich nicht lieber selbst um ihr Essen kümmern?

Nein. Wir alle haben einen stressigen Alltag, der Job fordert uns, wir wollen mehr Zeit für unsere Hobbies und die Familie. Wer geht dann noch gerne Einkaufen? Mit unserem Produkt geht man nach der Arbeit an den Kühlschrank, macht sein Gericht warm und schaut dann auf der Couch die Champions League.

Den Markt für Fertiggerichte gibt es ja schon länger. Wollt Ihr eine Alternative zur Tiefkühlpizza sein?

Wir wollen den Markt für Fertiggerichte auf den Kopf stellen. Die verbindet heute jeder mit ungesund, schlechter Qualität und mangelhaftem Geschmack. Wir wollen beweisen, dass Fertiggerichte auch gesund, lecker und qualitativ hochwertig sein können.

Das hat aber auch seinen Preis. Eure Gerichte sind mit acht Euro und Versand nicht gerade günstig, oder?

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Das ist auf den ersten Blick nicht für jeden bezahlbar. Aber man muss sich die Opportunitätskosten vor Augen halten. Beispielsweise fällt der Einkauf weg oder die Überlegung, was und wie gekocht werden soll. Auch die Zeit für Kochen, ein Teil des Abwaschs und so weiter entfallen.

Ihr seid bei „Die Höhle der Löwen“ aufgetreten. Viele der dortigen Teilnehmer erhoffen sich dadurch kostenlose Fernsehwerbung. Nur wenigen geht es tatsächlich um ein Investment. War das bei Euch auch so?

Auf gar keinen Fall. Wir sind dort angetreten, um einen Löwen zu bekommen. Unser Ziel war es, mit Frank Thelen zusammenzuarbeiten.

Das habt Ihr geschafft. Mit Frank Thelen konntet Ihr einen Deal über 300.000 Euro verhandeln. Allerdings für 25 Prozent am Unternehmen. Ursprünglich wolltet Ihr nur 12,5 Prozent abgeben. Bereut Ihr das im Nachhinein?

Wir haben während der Show sehr lange diskutiert, ob wir das Angebot von Frank Thelen annehmen sollen. Wir waren uns auch danach nicht sicher, ob das die richtige Entscheidung war. Aber inzwischen sind wir uns sicher, weil wir mit Frank Thelen ein starkes Team im Rücken haben. Carsten Maschmeyer sagt es ja immer sehr treffend. Er meint, lieber ein kleineres Stück von einem riesigen Kuchen, als ein großes Stück von einem kleinen Kuchen.

In der Sendung gab es von den Investoren fast ausschließlich positives Feedback. Negativ angemerkt wurde, dass das Produkt leicht von der Konkurrenz zu kopieren sei. Siehst Du das anders?

Wir wurden bereits kopiert. Aber wir haben über die Jahre einen Erfahrungsvorsprung aufgebaut, den sich die Konkurrenz mit sehr, sehr viel Geld und Expertise einkaufen muss.

Schon 2016 wolltet Ihr bei der Vox-Show mitmachen. Warum kam es dann doch nicht dazu?

Wir hatten die ersten beiden Bewerbungsphasen hinter uns gebracht, aber es hat zeitlich nicht gepasst. Wir hatten andere Projekte auf der Agenda und waren zu dem Zeitpunkt nur ein Team von drei Leuten.

War das vielleicht ein glücklicher Zufall? So konntet Ihr in diesem Jahr den TV-Investoren deutlich bessere Zahlen liefern.

Das hat uns auf jeden Fall geholfen. Aber auch jetzt, sechs Monate nach der Aufzeichnung, würden wir bei “Die Höhle der Löwen” ganz anders auftreten können. Am liebsten würde ich jetzt nochmal hingehen. (lacht)

Bild: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

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