Buah
In der WG-Küche fing alles an: Daniel und Jessica Krauter gründeten 2015 ein Obst-Startup

Getrocknete Früchte verkaufen? Klingt erstmal wenig außergewöhnlich. Doch Jessica und Daniel Krauter tun genau das. Nach Auslandsaufenthalten in Costa Rica und Thailand während ihres Studiums waren die Geschwister vom exotischen Obst aus deutschen Supermärkten so enttäuscht, dass sie in der WG-Küche mit Ananas experimentierten. Sie wollten die Früchte trocknen, um sie haltbar zu machen, Geschmack und Inhaltsstoffe aber erhalten.

„Wir kamen dann auf die Gefriertrocknung“, sagt Jessica. Bei dem in der Lebensmittelindustrie gängigen Verfahren werden Kaffee oder eben Früchte tiefgefroren und anschließend in eine Vakuumkammer gegeben. Der Unterdruck in der Kammer entzieht dem Obst das gefrorene Wasser. Der Prozess gilt als vergleichsweise schonend, da Vitamine und Geschmack gegenüber der herkömmlichen Trocknung eher erhalten bleiben. Der Wasserentzug macht die Früchte zudem relativ knusprig. Einige Hersteller mischen sie daher zum Beispiel in Müsli oder Schokolade.

Auf diese Weise lassen die Geschwister Krauter nun seit 2015 Erdbeeren, Bananen oder Kirschen verarbeiten. Verkauft wird das Trockenobst der Buah GmbH in Dosen, die zwischen 11 und 390 Gramm fassen. Stolze 15 bis 35 Euro pro 100 Gramm kostet das den Kunden je nach Frucht. Online gibt es die Dosen in gemischten Körben, offline auch einzeln, derzeit etwa bei Feinkost Käfer und Tegut.

Die Buah-Gründer positionieren ihre Produkte bisher vor allem als Trocken-Smoothies. Gibt man nämlich Wasser dazu, wird im Mixer ein breiiger Saft daraus. Wie frische Zutaten, nur ohne Schnippeln, Abfall und Sauerei in der Küche, so stellt es das Startup dar.

Gefriergetrocknetes Obst gibt es allerdings auch von anderen Anbietern, die es vor allem als gesunden Snack anpreisen. So zum Beispiel das Brei-Unternehmen Erdbär, dessen Früchte unter dem Namen Freche Freunde inzwischen in den Regalen großer Supermarktketten stehen. Auch Foodspring hat vergleichbare Produkte der Eigenmarke im Angebot. Aus der Konkurrenz-Ware könnte man ebenfalls Smoothies mixen, wenn man wollte. Sie ist ähnlich teuer. Wie will sich Buah von diesen Anbietern abheben? Einerseits durch die Beimischung gefriergetrockneter „Superfoods“ wie Aronia- oder Gojibeeren, so Jessica, andererseits durch eine breitere Sortenpalette. Auch Buah werde seine Produkte in Zukunft aber verstärkt als Snacks bewerben, sagt die Gründerin. Auch wenn das Startup den Smoothie-Ansatz prinzipiell beibehalten wolle.

90.000 Packungen haben die Geschwister seit der Buah-Gründung vor zwei Jahren eigenen Angaben zufolge verkauft. Ein Business Angel sei beteiligt, zudem sei gerade eine Serie-A-Runde in Vorbereitung. Im Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg beschäftigen Jessica und Daniel drei Mitarbeiter.

Bild: Buah