Die Geburtstagstorte aus dem 3D-Konfigurator

Biskitty ist ein Onlineshop für Torten. Die Idee ist nicht neu – abheben will sich der Gründer des Wiener Startups mit 3D-Simulator und Expressversand.

Auch wenn der Name es vermuten lässt: Biskitty hat nichts mit Kätzchen zu tun – bestenfalls mit Naschkatzen, denn hinter dem Wiener Startup steckt ein Onlineshop für Torten. Gründer Flavio Cuoni sieht sein Unternehmen als Äquivalent zum Blumen-Onlineversand: Bei Biskitty kann man Torten im Internet bestellen und zu einem Wunschtermin, zum Beispiel Geburtstag oder Hochzeit, liefern lassen.

Nachtexpress soll Pünktlichkeit garantieren

Zwei Hürden gebe es, wenn man Gebäck im Internet verkaufe, erklärt der Gründer: Zum einen die Logistik, zum anderen, dass die Kunden vorher nicht probieren könnten. „Beim Geschmack vertrauen die Kunden uns aber eher als beim Versand“, sagt Cuoni. Zur Auswahl stehen sechs verschiedene Basistorten, bei Klassikern wie Vanille-Smarties-, Nougat- oder Sachertorte hätten Kunden selten Sorgen, dass es dem Empfänger nicht schmecken könnte.

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„Eher befürchten sie, die Torte könnte nicht pünktlich beim Beschenkten ankommen“, meint Cuoni. Die Sorge sei berechtigt: Als er seine Torten anfangs mit „großen Paketdiensten“ wie etwa DHL versandt habe, seien Pakete verspätet angekommen. „Einmal hatte ein Brautpaar bei der standesamtlichen Hochzeit keine Torte“, sagt Cuoni. Mit dem neuen Logistikpartner General Overnight Express aus Berlin soll das nicht mehr passieren: „Sie holen die Torten nachts um fünf Uhr mit dem Auto in Wien ab, bis Vormittags sind sie dann überall in Deutschland“, so das Versprechen des Gründers.

3D-Konfigurator und Goldtorten

Was ihn von der Konkurrenz wie Deine Torte oder Traumtorten abhebe, sei der in den Onlineshop integrierte 3D-Tortenkonfigurator, mit dem Kunden ihre Torten individuell gestalten können. Den ließ sich Cuoni 90.000 Euro kosten – aus eigener Tasche. „Ich habe ihn von Spezialisten aus Deutschland bauen lassen, die sonst Konfiguratoren für Möbel oder Bikes machen. Das war extrem teuer, das habe ich unterschätzt“, sagt Cuoni. In der Farbpalette des Tortenkreations-Tools finden Kunden sogar Gold. „Wir verwenden echtes Blattgold dafür. Die Torte damit zu überziehen, dauert anderthalb Stunden“, sagt Cuoni. Drei Mal sei die rund 340 Euro teure Edelmetall-Torte bisher bestellt worden.

Insgesamt habe der gelernte Hotelfachmann seit der Unternehmensgründung Ende 2015 etwa 3.000 Torten verkauft, die meisten davon seien nach Deutschland versendet worden. „Gegenüber dem Vorjahr sind wir um 50 Prozent gewachsen“, freut sich der Gründer. „Ende des Jahres werden wir schwarze Zahlen schreiben“. Drei bis vier Konditoren würden derzeit bis zu 50 Torten pro Tag backen, verzieren und verpacken.

Jetzt möchte Cuoni die Investoren bei Die Höhle der Löwen von seinem Tortenshop überzeugen. 100.000 Euro braucht er für Onlinemarketing und die mobile Optimierung der Website, dafür bietet er 25 Prozent der Unternehmensanteile. Schlägt einer der Löwen zu, wäre das sein erster Investor, bisher habe er auf Sponsoren aus dem Familienkreis zurückgreifen können. Die Angst, keinen Deal an Land ziehen zu können, ist nicht die größte: „Am schlimmsten wäre es, wenn den Löwen meine Torten nicht schmecken“, sagt der Gründer.

Bild: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

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