Zu Besuch im Aldi-Restaurant in München

Nach Köln hat der Discounter Aldi auch in der bayerischen Landeshauptstadt ein Bistro für drei Monate eröffnet. Ein Besuch im Münchener Pop-Up-Restaurant.

Es taucht plötzlich in eurer Stadt auf. Es bleibt aber nur für einige Wochen. Dementsprechend solltet ihr schnell sein, wenn ihr es ausprobieren wollt. Zuerst Köln, jetzt München. Was kommt als nächstes? Das wird noch nicht verraten.

Seit einigen Monaten ist Aldi Süd mit dem sogenannten „Aldi-Bistro“ on tour. Das Prinzip: Für wenig Geld gibt es täglich wechselnde und frischgekochte Gerichte — natürlich aus Aldi-Produkten. Das Rezept könnt ihr euch auch mit nach Hause nehmen und — natürlich mit Aldi-Produkten — zu Hause nachkochen. 4,50 Euro kostet ein Hauptgericht, für 7,99 Euro gibt es schon ein Dreigänge-Menü. Aber was kann das Pop-Up-Restaurant des Discounter-Riesen wirklich? Ich habe das Aldi-Bistro im Innenhof der Alten Akademie in München zum Mittagessen besucht.

Schwer zu entdecken

Schwer zu entdecken
Man muss schon wissen, dass das Aldi-Bistro derzeit in München gastiert, um es zu finden. Zufällig entdecken würde man es nämlich nicht, auch wenn es gleich hinter der Haupteinkaufsmeile Neuhauser Straße liegt.

Seltsame Umgebung

Seltsame Umgebung
Ich musste in eine Querstraße und dann in einen Innenhof abbiegen, an Mülltonnen und Garagen vorbei.

Ein Container

Ein Container
Dass es ein Pop-Up-Restaurant ist, erkennt man auf den ersten Blick. Das aus Schiffscontainern gebaute Bistro steht mitten im Innenhof. Innen hat es nur 50 Plätze, an warmen Tagen dafür umso mehr. Auf dem Dach gibt es nämlich ebenfalls Tische und Bänke. Doch bei minus ein Grad Außentemperatur beschließe ich, mich reinzusetzen. 

Täglich geöffnet

Täglich geöffnet
Das Pop-Up-Restaurant hat täglich von 11 Uhr bis 21.30 Uhr geöffnet, jeden Tag gibt es drei neue Menüs.

Gut besucht

Gut besucht
Um 13 Uhr ist das Aldi-Bistro erwartungsgemäß gut besucht. Meine Begleitung und ich müssen kurz auf einen Tisch warten. Zum Glück werden die Gäste sehr schnell abgefertigt, deshalb wartet man wohl nie sehr lange. 

Gemütlich

Gemütlich
Ich bin doch ein wenig überrascht. Ich hätte mir die Einrichtung etwas spärlicher und nicht so gemütlich vorgestellt — wie bei einem Discounter eben.

Gäste

Gäste
Senioren, Arbeiter, Studenten — das Publikum hier ist sehr stark durchmischt.

Das Tagesmenü

Das Tagesmenü
Sowohl Vegetarier, als auch Fisch- und Fleischliebhaber kommen auf ihre Kosten. Als Vorspeise gibt es Curry-Gemüsesuppe, als Hauptspeise entweder Pasta mit Thunfisch, Rindsgulasch oder Kartoffel-Gemüse-Gratin, als Nachspeise Kokos-Creme mit Ananas. Ich beschließe, das Menü für 7,99 Euro zu nehmen. 

Suppe

Suppe
Kurz nach unserer Ankunft kommt auch schon ein Kellner, um die Bestellung aufzunehmen. Die Bedienung wird sehr effizient und schnell, aber freundlich abgewickelt. Und wenige Minuten später steht die Suppe auf dem Tisch. Geschmacklich hat mich dieser Gang mit Abstand am meisten überzeugt. Die Suppe war sehr cremig und gut gewürzt. Die freundliche Servicekraft hat mich nach jedem Gang gefragt, ob es mir auch geschmeckt habe. 

Gratin

Gratin
Ich habe mich für das Kartoffel-Gemüse-Gratin als Hauptspeise entschieden. Die Kartoffeln sind bissfest und nicht zu weich, wie ich es mag. Auch das Gemüse ist gut, allerdings hätte ich mir mehr Gemüse gewünscht. Der Käse ist relativ geschmacklos. Diesem Gericht fehlt etwas Würze.

Man kommt sich näher...

Man kommt sich näher...
Da viele nur zu zweit oder alleine kommen und die meisten Tische für vier Personen konzipiert sind, sitzt man oft mit Fremden zusammen. Das hat mich aber nicht gestört, da ich mit meinen Tischnachbarn ins Gespräch gekommen bin. Alle haben dieselbe Geschichte zu erzählen: „Ich bin das erste Mal hier, ich wollte es auch einmal ausprobieren.“

Pasta mit Thunfisch

Pasta mit Thunfisch
Meine Begleitung hat die Pasta mit Thunfisch bestellt, die ich ebenfalls probieren darf. Die Nudeln sind mir persönlich etwas zu weich, die Sauce ist gut, aber nicht außergewöhnlich.

Das Dessert

Das Dessert
Auch das Dessert ist gut, allerdings enthält es Gelatine, die ja bekanntlich nicht jeder mag. Die Gerichte sind sehr simpel und treffen — nennen wir es — den Massengeschmack.

Zu Hause nachmachen?

Zu Hause nachmachen?
Wem das Mittagessen geschmeckt hat, der kann sich auch gleich das Rezeptbuch mit nach Hause nehmen und alle Tagesmenüs zu Hause nachkochen. Der Mann, der gegenüber von mir sitzt, nimmt es für seine Frau mit. Ich nehme mir vor, die Suppe zu Hause nachzukochen.

Fazit

Das Essen war für den Preis mehr als in Ordnung. Wer sich selbst als Feinschmecker bezeichnet — und das tue ich — der wird aber kulinarisch nicht wirklich vom Hocker gerissen sein. Ich denke, dass es sich beim Aldi-Bistro vor allem um eine Marketing-Aktion handelt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Discounter Aldi Süd damit viel Umsatz macht, da das Bistro nicht sehr viele Plätze hat und die Menüs extrem günstig sind.

Würde ich in der Innenstadt arbeiten, wäre ich wahrscheinlich öfter als einmal zum Mittagessen ins Bistro gegangen. Aber gewöhnen sollte man sich ja ohnehin nicht daran, das Pop-Up-Restaurant schließt Ende Dezember in München und zieht in eine andere Stadt um. Wohin, das hat Aldi Süd noch nicht bekannt gegeben.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Business Insider Deutschland.

Bilder: Business Insider

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