Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

Warum Amazon seine kassenlosen Supermärkte nach London bringt

Amazon Go

Amazon plant die Expansion für sein futuristisches Supermarkt-Konzept Amazon Go. Offenbar werden bereits Flächen in London gesucht.

Vor wenigen Wochen wurde ein Geheimnis von Amazon gelüftet: Der E-Commerce-Gigant testet einen futuristischen Supermarkt namens Amazon Go – komplett ohne Kasse und den dazugehörigen Warteschlangen. Der Kunde checkt mit seinem Smartphone in den Supermarkt ein, wie mit einem mobilen Ticket am Flughafen. Dann bedient er sich aus den Regalen. Seine Einkäufe sollen mit Hilfe von Sensoren und künstlicher Intelligenz aufgezeichnet werden, heißt es von Amazon. Wenn der Kunde am Ende seines Einkaufs den Laden verlässt, wird der Preis für die Waren von seinem Amazon-Konto abgebucht.

Die erste Filiale von Amazon Go steht in Seattle, dem Standort von Amazons Hauptzentrale. Bisher können dort nur Amazon-Mitarbeiter das Konzept testen. In den kommenden Monaten soll der Store auch für externe Kunden zugänglich werden.

Derweil soll sich Amazon außerdem nach möglichen Flächen in London umschauen. Das berichtete die Sunday Times diese Woche.

Die Londoner zahlen gerne bargeldlos und lieben Convenience Food

Anzeige
Eine Expansion nach London scheint naheliegend für Amazon Go. Das Kaufverhalten in der englischen Metropole unterscheidet sich deutlich von dem der Deutschen. Sich Lebensmittel nach Hause liefern zu lassen, ist beispielsweise völlig normal. Wozu der Stress, fragt sich der Londoner, der meist ohnehin kein eigenes Auto besitzt.

Hinzu kommt, dass Londoner daran gewöhnt sind, jeden noch so kleinen Einkauf mit ihrer Kreditkarte zu tätigen. Bargeld gibt es selten. Wer in den Bus oder die Bahn steigt, hält beispielsweise einfach seine Kreditkarte gegen ein Lesegerät und bezahlt so umgehend seine Fahrt. Im Supermarkt mit dem eigenen Amazon-Konto zu zahlen, dürfte für die Londoner demnach eher keine Hürde darstellen. Viele Deutsche wären hier skeptisch.

Auch setzen Londoner bei Lebensmitteln auf Bequemlichkeit: Sogenannte Express-Supermärkte von Tesco oder Sainsbury’s gibt es, besonders in der Innenstadt, an jeder Ecke. Im Sortiment finden die Kunden hier vor allem sogenanntes Convenience Food: Gerichte für die Mikrowelle, fertige Sandwiches, abgepackten Frühstücksbrei, gewaschenen Salat, geschnittenes Gemüse oder Obst. Auch weit verbreitete Restaurant-Ketten wie Eat oder Pret A Manger setzen auf Essen zum Mitnehmen. Amazon Go will eigenen Angaben zufolge genau diesen Bereich bedienen.

Dieses Video zeigt, wie Amazon Go funktionieren soll: 

Bild: Amazon Go

Folge NGIN Food auf:

In Kooperation mit
amplifypixel.outbrain