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„Das Thema Food ist wieder sexy geworden“

Entdeckt das Food-Segment für sein Unternehmen: Runtastic-Gründer Florian Gschwandtner

Eigentlich kennt man Runtastic wegen seiner erfolgreichen Sport-Apps. Zum Laufen, für den Sixpack oder auch die Po-Muskulatur. Mit einer Vielzahl von Smartphone-Programmen hat sich das österreichische Startup in den sieben Jahren seit der Gründung bei ganz unterschiedlichen Sport- und Trainingsarten einen Namen gemacht. Solch einen Namen, dass der Sportartikel-Hersteller Adidas das von Florian Gschwandtner gegründete und geführte Unternehmen vor etwas mehr als einem Jahr erwarb. Kaufpreis: stolze 220 Millionen Euro.

Nun plant das Unternehmen aus Pasching bei Linz seine nächsten Schritte. Und die sollen einen neuen Fokus mit sich bringen: Wie Gschwandtner gegenüber Gründerszene verrät, will Runtastic bis 2017 in den Food-Bereich vordringen. Den eigenen – technischen – Wurzeln bleibt sich das Unternehmen dabei treu. „Es wird sich um Apps drehen“, erklärt Gschwandtner. Produkte wie Nahrungsergänzungspräparate, eigene Fitness-Riegel oder andere Lebensmittel anzubieten, sei zwar nicht ausgeschlossen. Allerdings liege der Schwerpunkt zunächst auf digitalen Angeboten.

Warum der erweiterte Fokus? „Die Motivation zur Bewegung wird geringer, besonders bei der großen Kundengruppe der über 35-Jährigen“, erklärt der Runtastic-Gründer weiter. „Denen geht es eher ums Abnehmen, zumindest im ersten Schritt. Und Training ist da nur eine Komponente.“ Entsprechend soll das neue Food-Angebot von Runtastic das bestehende und recht breite App-Angebot ergänzen, nicht ersetzen.

Für die Adidas-Tochter soll der Schritt in das Food-Segment ein gewichtiger werden. „20 Prozent der gesundheitsbewussten Menschen gehen Laufen, 15 Prozent treiben Fitness.“, sagt Gschwandtner. „Aber alle essen.“ Und wie wichtig Lebensmittel-Themen sind, habe Runtastic längst bei entsprechenden Beiträgen auf dem eigenen Blog festgestellt. „Nirgends wird mehr diskutiert. Das Thema Food ist wieder sexy geworden.“

Was genau das österreichische Unternehmen ab dem kommenden Jahr anbietet, wird derzeit ausgeklügelt. „Vom Kalorien-Tracker, der Smartphone-Sensoren nutzt, bis zu einem Rezept-basierten Angebot haben wir uns mehrere Modelle angeschaut.“ Welches der derzeitige Favorit ist, will Gschwandtner aber nicht verraten.

Ein Ernährungsquiz zumindest gibt es derzeit schon, sicher eine Art Testballon. Das funktioniere sehr gut, sagt Gschwandtner. „Wichtig sind uns vor allem Aufklärung und Bewusstsein.“ Und, dass das Angebot international funktioniert. Denn Runtastic will, wie beim bisherigen Angebot auch, von der größeren Zielgruppe profitieren. Apps wie Kitchen Stories haben gezeigt, dass es möglich ist, im Food-Segment international für Aufmerksamkeit zu sorgen. „Auch wenn Ernährung immer regionale Besonderheiten mit sich bringt.“

Dass die Adidas-Tochter mit dem neuen Fokus in einen breit besetzten Markt mit zahllosen bestehenden Angeboten eindringt, ist Gschwandtner bewusst. Deswegen setzt Runtastic auf Interaktion und eine Einbindung in die eigene Community. Will heißen: Es geht zu einem nicht unwesentlichen Teil darum, mit dem neuen Food-Angebot Kunden ins eigene Fitness-Ökosystem zu bringen. Bei bislang 95 Millionen registrierten Nutzern über mehr als zwei Dutzend Fitness-Apps hinweg kann man verstehen, warum der Runtastic-Gründer sich so einiges vom aktuellen Fokusprojekt erhofft.

Bild: Runtastic

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