Walmart will mit KI-Technologie für frisches Obst und Gemüse sorgen

Dieser Walmart-Mitarbeiter kann bald per Smartphone checken, wie frisch das Obst vor ihm ist.

Schon beim klassischen Offline-Einkauf im Supermarkt ist es nicht leicht, immer das frischeste Obst und Gemüse auszusuchen. Bestellt man Lebensmittel online, ist es für den Kunden sogar unmöglich, selbst zu bestimmen, welchen Apfel genau er gerne hätte. Beide Probleme will die US-Handelskette Walmart nun mithilfe von künstlicher Intelligenz lösen. 

Im Januar ließ der Supermarkt eine Technologie patentieren, mit der Kunden des Onlineshops anhand von Fotos selber entscheiden können, welche Äpfel, Gurken und Mangos sie in ihren virtuellen Warenkorb packen. Das Besondere: Diese Fotos sollen keine Beispiel-Fotos sein, sondern exakt jene Frucht abbilden, die der Kunde auch bekommt. Das soll funktionieren, indem Mitarbeiter mithilfe eines 3D-Scanners das Obst und Gemüse in Echtzeit abfotografieren, damit die Nutzer die Früchte überprüfen können – um im Zweifelsfall einen anderen Apfel zu nehmen.

Wählt der Kunde einen Apfel aus, soll dieser ein essbares Wasserzeichen erhalten, um ihn dem Kunden später zuzuordnen. Zwar könnten diese 3D-Fotos Verbrauchen ihre Skepsis nehmen, Frischware online einzukaufen. Es hat allerdings auch einen großen Nachteil: Das Gadget bindet sehr viele Mitarbeiter und nimmt Zeit in Anspruch.

Aktuell hat Walmart noch gar keinen Lieferdienst, doch die neue Technik darf als Vorbote gewertet werden.  Erst vor wenigen Tagen hatte der Einzelhändler angekündigt, seinen Lieferservice über die Blockchain laufen zu lassen.

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Auch in den Märkten hat Walmart jüngst eine neue KI-Software gelauncht. Durch das intelligente System namens Eden sollen Mitarbeiter erkennen können, wie frisch das Obst und Gemüse noch ist und wann es schlecht wird. Dazu müssen sie die Früchte über eine App fotografieren. Das Tool analysiert auf Grundlage des Fotos, zu wie viel Prozent die Frucht beschädigt ist und wie viele Tage sie bei der gegebenen Lagertemperatur noch haltbar ist.

Die App soll nicht nur für frisches Obst und Gemüse bei Walmart sorgen, sie soll Walmart auch dabei helfen, die Lieferkette zu optimieren. Werden Bananen auf langen Wegen mit schwankenden Temperaturen schneller braun, könnten sie beispielsweise in Filialen verkauft werden, die näher am Ursprungsort liegen. Die Eden-Software wird nach Angaben der US-Kette bereits in 43 Vertriebszentren genutzt.

Ziel ist es nach Angaben von Walmart, Lebensmittel vor der Mülltonne zu retten. Doch es darf vermutet werden, dass hinter den Maßnahmen noch ein anderer Gedanke steht: im Rennen mit Amazon um technologische Innovationen auf dem Lebensmittelmarkt ja nicht den Anschluss zu verlieren.

Bild: Getty Images / ROBYN BECK / Staff

 

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