Werden Restaurants schon 2018 Retorten-Fleisch anbieten?

Fleisch aus dem Reagenzglas: 2018 schon auf unseren Tellern?

In Zukunft sollen Steaks und Rührei nur noch aus dem Labor kommen. Doch wann genau? Laut Experten wird das schneller der Fall sein, als die meisten wohl vermuten würden. Josh Tetrick, Gründer des 310 Millionen Dollar schweren US-Startups Just, sagte dem Nachrichtensender CNN, dass einige Produkte noch vor Ende 2018 in einigen Restaurants aufgetischt werden könnten. Just ist der neue Name des Silicon-Valley-Startups Hampton Creek, das im Dezember nach jahrelanger Arbeit erstmals sein veganes Fake-Rührei auf den Markt gebracht hat und nun ebenfalls an Labor-Fleisch arbeitet. Tetrick glaubt, dass noch in diesem Jahr Chicken Nuggets, Würste und Stopfleber aus dem Reagenzglas in den Vereinigten Staaten und Asien angeboten werden. 

Auch Startups wie Memphis Meat, Just und Supermeat arbeiten an Fleisch aus dem Labor. Nimmt man das Interesse von Investoren als Maßstab, hat dieses Geschäftsmodell eine große Zukunft. Das US-Unternehmen Memphis Meat hat laut Crunchbase bisher mindestens 20 Millionen Dollar eingesammelt, darunter von Promi-Investoren wie Bill Gates und Richard Branson. Das israelische Fake-Fleisch-Startup Supermeat hat in seiner letzten Runde drei Millionen Dollar bekommen. Geld gab es unter anderem von Wiesenhof und Bruzzzler, die unter dem Dach der PHW-Gruppe in das Projekt investierten. 

Beide Produzenten gehen allerdings von einem späteren Verkaufsstart als Just aus. Sowohl Memphis Meat als auch Supermeat wollen ihre Produkte bis 2021 in den Handel einführen.

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Es gibt allerdings noch ein entscheidendes Problem: Noch hat die US-Lebensmittelbehörde FDA die Produkte nicht zugelassen. Allerdings hält es die FDA nach eigenen Angaben für gut möglich, bald das Okay für Lebensmittel aus der Retorte zu geben. Wenn die Patties aus der Retorte im Supermarkt liegen, könnten sie etwa elf Dollar kosten, so Experten. Noch vor fünf Jahren hätte man für einen Hamburger aus Stammzellen rund 325.000 Dollar bezahlt. Mehrere Autoren sind sich zudem einig, dass In-Vitro- und echtes Fleisch mittlerweile gleich schmecken und identisch aussehen.

Bild: JOHANNES EISELE / Getty Images
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